Armin Maywald

Vor der Haustür und auf der ganzen Welt

 

(Fotos: © Armin Maywald)

 

Seine tierischen Fotomotive entdeckt Armin Maywald zum einen in heimischen Gefilden, wie im Wattenmeer oder in Botanischen Gärten. Zum anderen unternimmt der Wildlife- und Tierfotograf zahlreiche Reisen nach Afrika, Nord- und Südamerika, aber auch nach Asien – und natürlich nach Europa. „Es sind die Meeressäuger, also Wale, Delphine und Robben“, die ihn besonders faszinieren. Ebenso gehören großartige Aufnahmen von Schmetterlingen, entstanden im Botanischen Garten vom Bremen, zu seinem Portfolio. Im Gespräch mit quucy geht er auf seine Leidenschaft für die Tierfotografie ein und gibt Dir anhand anschaulicher Beispiele Hilfestellungen für Deine nächste Fototour.

 

quucy: Armin Maywald, wie sind Sie zur Tierfotografie gekommen?

Armin Maywald: Von Kind an habe ich mich immer für Tiere interessiert, habe mit 17 zu tauchen angefangen und folgerichtig auch Biologie studiert. Als fertiger Biologe wollte ich nicht ins Labor. Deshalb begann ich eine journalistische Laufbahn, machte ein Praktikum beim NDR-Hamburg. Als Anfänger hatte ich das Glück, von Anfang an für große Verlage und Redaktionen arbeiten zu können. Wir schrieben im Team fast jedes Jahr ein Buch, meist über Umweltthemen. Erst Ende der 1980er Jahre begann ich mit eigenen Buch- und Filmprojekten. 16 Bücher sind es mittlerweile, die ich als Co-Autor oder alleiniger Autor veröffentlicht habe, einige freie Filmproduktionen für verschiedene Sender kommen hinzu.

 

 

quucy: Was fasziniert Sie so an der Tierfotografie? Wo liegt für Sie die besondere  Herausforderung?

Armin Maywald: Eigentlich hat mich immer das Unbekannte, Verblüffende interessiert, etwa dass es in Europa menschenfreundliche freilebende Delphine gibt. Mehrere Jahre lang hat mich das Thema beschäftigt, ein Film für den WDR und viele Artikel waren die „Ausbeute“. Das Wattenmeer vor unserer Haustür ist seit mehr als 20 Jahren eines meiner Hauptthemen mit vier Büchern und einigen Filmprojekten. Fast ebenso lange arbeite ich im Harz – für viele ein eher langweiliges Mittelgebirge. Für mich ist es hingegen ein Refugium, zusammengesetzt aus ungewöhnlichen Landschaftsformen mit Tieren und Pflanzen und zum Teil weltweit einmaligen Naturphänomenen. Man sieht: In unseren kargeren Landschaften sind intensive Naturerlebnisse und Entdeckungen möglich, die ich mit guten Texten und Fotos vermitteln möchte.


quucy: Eines Ihrer Spezialgebiete ist auch die Makrofotografie von Schmetterlingen: Erklären Sie unseren Userinnen doch bitte, was man dafür braucht – spezielles Equipment etwa oder fotografische Eigenschaften?


Armin Maywald: Das Equipment ist das Übliche: Kamera mit Makroobjektiv und Stativ. Entscheidend für die Qualität von Makros ist der so genannte Workflow: Dazu gehört das Einstellen der Kamera auf dem Stativ, der Kamerafunktionen, der Spiegelvorauslösung sowie der Gebrauch des Handauslösers. Gute Makrofotos sind keine Zufallsschüsse, sondern müssen mitunter hart erarbeitet werden. Es ist durchaus normal, dass unter zehn Bildern vielleicht nur ein Brauchbares dabei ist. Außerdem sind ein gutes Auge, enorme Sorgfalt beim Einstellen der Schärfe sowie bei der Auswahl von Blende und Perspektive Grundvoraussetzung. Hinzu kommen Geduld und Hartnäckigkeit.

 

 

quucy: Als Profi-Tipp für unsere Userinnen: Wie setzt man verschiedene Tiere am besten in Szene?

Armin Maywald: Generell gehört Einfühlungsvermögen, gute Beobachtungsgabe, Vertrautheit mit Tier und Technik dazu. Bewährt hat sich für mich, an Tiere mit einer Bildidee heranzugehen, die man konsequent versucht umzusetzen – wenn es geht. Wenn nicht, hilft eine zweite Idee vielleicht weiter, die sich in der Regel aus der Situation heraus ergibt. Dann heißt es womöglich, schnell zu reagieren. Bewährt hat sich, gewisse Standards abzuarbeiten, wie Porträt, Ganzkörperaufnahme von vorne wie von der Seite. Auch die Landschaft kann man ins Foto einbeziehen, wenn sie attraktiv ist. Wichtig bei allen Bildern ist die Perspektive. Ich versuche, Tiere immer auf Augenhöhe zu fotografieren, nie von oben. Bei Robben zum Beispiel setze ich ein Bodenstativ ein, bei Insekten, ganz gleich ob Marienkäfer oder Fauchschabe, lege ich mich auf den Boden. Vögel im Flug machen es dem Fotografen natürlich nicht leicht, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, sie auf gleicher Höhe zu fotografieren, sollte man sie ausgiebig nutzen. Da das natürlich viele Fotografen beherzigen, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, immer quer zu denken. Wenn ein starkes Tele erforderlich ist, denke ich trotzdem über den Einsatz eines Weitwinkels nach, wenn ein Makrotele eine Aufnahme erleichtert, versuche ich auch noch den schwierigen Weg, mit einem Weitwinkelmakro nah heranzukommen.

quucy: Könnten Sie bitte noch erläutern, worauf Sie beispielsweise in Bezug auf Lichttechnik achten und welche Objektive Sie verwenden?

Armin Maywald: Dank der mittlerweile hochentwickelten Digitalfotografie sind Blitze gar nicht mehr nötig. Dennoch besitze ich einiges an zusätzlichem Licht, auch Taschenlampen und LED-Ringleuchten, um schwache Lichtakzente zu setzen und Flügelsäume von Schmetterlingen im Gegenlicht aufleuchten zu lassen. Das erfordert mitunter drei Hände, aber die Ergebnisse können sich sehen lassen. Stative besitze ich in mehreren Varianten, große, kleine, schwere, leichte. Da ich am liebsten Tiere, Pflanzen und Landschaften fotografiere, besitze ich entsprechend mehrere Makro-, Weitwinkel- und Teleobjektive.

 



quucy: Zum Abschluss: An was für einem Projekt arbeiten Sie derzeit?

Armin Maywald: Ich arbeite regelmäßig an mehreren Projekten gleichzeitig. Von Oktober 2011 bis Ende Februar 2012 habe ich beispielsweise kontinuierlich in der botanika in Bremen tropische Schmetterlinge aufgenommen. Am 29. September wird die Ausstellung mit rund 45 Bildern in der botanika eröffnet. Gleichzeitig wird ein großformatiger Kalender zum Thema angeboten sowie ein Postkartenbuch. Die nächste Ausstellung für das Jahr 2013 ist auch schon fotografiert. Außerdem steht ein Buchprojekt über die Naturschätze in Bremen an. Weiterhin betreue ich meinen Harzkalender, den ich im Eigenverlag herausgebe und wofür ich jedes Jahr mehrere Harzreisen unternehme.

quucy: Vielen Dank für das Gespräch.

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