Exklusive Sigma-Fototipps

An dieser Stelle präsentieren wir regelmäßig exklusive Sigma-Fototipps, diesmal zum
Thema Optische Abbildung. Weiter unten geht es um die Fotografie mit Available Light.
Viel Spaß beim Ausprobieren.


Optische Abbildung

Seit Erfindung der Lochkamera sind wir in der Lage, ein Abbild der Realität für die Nachwelt festzuhalten. An der Entstehung des Bildes und an der letztendlichen Bildqualität sind Objektive maßgeblich beteiligt.


SIGMA ist ein absoluter Spezialist auf dem Gebiet der Objektiventwicklung und Herstellung. Doch wie funktioniert ein Objektiv und wie kann man durch die Elemente des Objektivs Einfluss auf die Bildqualität nehmen?



Der Aufbau des Objektives


Eigentlich steht das Bild in der Kamera auf dem Kopf. Links, rechts, oben und unten sind vertauscht.
 Ein Objektiv besteht aus mehreren Glas- oder Kunststofflinsen. Diese Linsen haben die Aufgabe, das vom Motiv reflektierte Licht so zu bündeln, dass ein Abbild des Motivs auf der Filmebene entsteht. Mit Hilfe von hochwertigen Glaslinsen kann eine größere Menge des vom Objektiv reflektierten Lichts auf der Bildebene gebündelt werden. Dadurch verkürzt sich die Belichtungszeit. Das Objektiv kann nur auf eine bestimmte Entfernung scharf stellen. Um auf Objekte in verschiedenen Entfernungen scharf stellen zu können, ist das Objektiv mit einer Fokussiereinrichtung ausgestattet. Beim Fokussieren auf eine bestimmte Motiventfernung werden die Linsen im Objektiv solange verschoben, bis ein scharfes Bild entsteht.



Die Wirkung von Linsen


In Ihrer Kindheit haben Sie sicherlich einmal versucht, mit Hilfe einer Lupe ein Feuer zu entfachen. Dazu muss die Lupe so in die Sonne gehalten werden, dass ein heller Lichtfleck entsteht. Wird der Abstand der Lupe variiert, bis der Lichtfleck auf winzig klein ist, besteht die Möglichkeit oder die Gefahr, dass sich das Material auf dem das Licht gebündelt wird, entzündet.

Eine Lupe besteht aus einer Sammelllinse. Sie bündelt die Sonnenstrahlen und erzeugt das Bild der Sonne in Ihrem Brennpunkt. 



Sie haben in diesem Moment eine echte optische Abbildung der Sonne erzeugt, gerade so wie durch das Objektiv auf die Filmebene projiziert würde. Die Sonne ist sozusagen Ihr Motiv und die Lupe die Linse des Objektivs. Die Linsen im Objektiv haben die Aufgabe, das vom Motiv kommende Licht umzulenken und auf der Filmebene zu bündeln. Zu diesem Zweck haben die Linsen – wie auch eine Lupe – eine gewölbte Oberfläche. Es werden zwei Typen von Linsen unterschieden:



 

Sammellinsen



Sammellinsen bündeln einfallendes Licht in ihrem Brennpunkt

Dieser Typ hat eine „bauchig“ geformte Oberfläche, so dass das Glas in der Linsenmitte dicker ist als außen. Dieser Linsentypen bündelt die Lichtstrahlen und erzeugt einen Brennpunkt. Im Prinzip könnte schon eine solche Linse als Objektiv fungieren, da sie eine reale Abbildung des Motivs erzeugt. In der Praxis liefert ein einziges Linsenelement allerdings keine ausreichende Qualität, aber dazu kommen wir später.

 Abbildung: Sammellinsen bündeln einfallendes Licht in ihrem Brennpunkt.

 

Zerstreuungslinsen



Zerstreuungslinsen verteilen das einfallende Licht.

Dieser Linsentyp ist genau gegensätzlich zur Sammellinse gebaut. In der Mitte ist er dünner als am Rand. Daher werden die Lichtstrahlen nach außen gelenkt. Man sagt, die Lichtstrahlen werden gestreut. Eine Zerstreuungslinse kann kein reales Bild erzeugen und könnte niemals alleine als Objektiv fungieren. Wofür man einen solchen Linsentyp dennoch benötigt, werden Sie nun erfahren.

 Abbildung: Zerstreuungslinsen verteilen das einfallende Licht.

Abildungsfehler von Einzellinsen

Würde man ein Objektiv aus einer einzigen Sammellinse bauen – was prinzipiell möglich wäre – würde auch diese einzelne Linse ein Bild des Motivs erzeugen können.




Eine Abbildung, wie man sie bei Verwendung einer Einzellinse erhalten würde. Die Abbildungsfehler am Rand werden durch geschickte Linsenkombinationen in einem Objektiv verringert.

 Dieses Bild wäre jedoch wenig ansehnlich. Die optische Abbildung durch Linsen ist prinzipiell mit vielen Störfaktoren, so genannten Abbildungsfehlern, behaftet. Abbildungsfehler äußern sich in verzerrten, ungleich hellen, unscharfen und farbverfälschten Bildern. Diese Abbildungsqualität genügt natürlich dem Anspruch der Fotografie in keinster Weise und Sie würden wenig Freude an solchen Bildern haben.




Aus diesem Grund steckt SIGMA sämtliches Know-how in die Objektiventwicklung. Durch geschickte Kombination von Sammel- und Zerstreuungslinsen gelingt es, die Abbildungsfehler auf ein Minimum zu reduzieren. Im Laufe der Entwicklung von Objektiven haben sich bestimmte Linsenkombinationen in Bezug auf die Bildqualität besonders bewährt. Neue Glassorten, aus denen die Linsen gefertigt werden und Vergütungen (Beschichtung) der Oberflächen führen ebenfalls zu einer deutlichen Steigerung der Abbildungsqualität.



Weit entfernt oder mitten drin – die unterschiedlichsten Brennweiten


Sie sollen in diesem Abschnitt erfahren, welche Auswirkung die Brennweite des Objektivs auf das Bild hat. Ursprünglich besaßen Objektive nur eine einzige, nicht verstellbare Brennweite. Man nennt diese Objektivgattung „Festbrennweite“ und sie zeichnet sich durch eine exzellente Bildqualität aus. Möchte man allerdings sehr flexibel sein, vergrößert sich die Fotoausrüstung erheblich, da dementsprechend viele Objektive mitnehmen musste. Moderne Zoomobjektive hingegen haben eine variable Brennweite und heutzutage bieten die SIGMA Zoomobjektive auch eine fantastische Qualität über den gesamten Brennweitenbereich.



Was bedeutet die Brennweite?


Die Brennweite eines Objektivs ist ein wichtiges Kriterium für die Bildgestaltung. Aber was ist die Brennweite eines Objektivs wirklich? 

Erinnern Sie sich an das Beispiel des Sonnenbildes, welches mit Hilfe einer Lupe entstand? Der Abstand der Lupe wird so lange verändert, bis der Brennfleck so klein wie möglich ist und damit seine entzündende Wirkung entfacht. Der Abstand der Lupe ist dann gleich der Brennweite der Sammellinse in der Lupe.



Abbildung: Schematischer Aufbau eines Objektivs, welches aus mehreren Linsenelementen in verschiedenen Gruppen besteht.

Bei einer anderen Lupe könnten Sie feststellen, dass der Abstand vergrößert werden muss um die Lichtstrahlen auf einen Punkt zu bündeln. Dies bedeutet, dass die andere Lupe eine längere Brennweite besitzt als die Vorherige. Wenn der Abstand verringert werden muss, hat die Lupe eine kürzere Brennweite.



Der Bildwinkel


Die Brennweite eines Kameraobjektives wird natürlich nicht genutzt, um ein Feuer  zu entzünden. Dieses Beispiel verdeutlicht aber den in der Optik so häufig zitierten Merksatz: Die Brennweite des Objektivs ist gleich dem Abstand der Hauptebene zur Filmebene. Damit legt die Brennweite fest, wie groß der vom Objektiv erfasste Bildausschnitt des Motivs ist. Anders ausgedrückt: Die Brennweite legt den Winkelbereich fest, den das Objektiv erfasst.




Ein Objektiv mit einer „langen“, einer so genannten Tele-Brennweite, hat ähnliche Eigenschaften wie ein Fernglas. Es wird nur ein sehr kleiner Bereich (Bildwinkel) des Motivs im Bild erfasst. Weit entfernte Gegenstände erscheinen dadurch größer und näher als sie es in Wirklichkeit sind. Den gegenteiligen Effekt haben Objektive mit einer „kurzen“, so genannten Weitwinkel-Brennweite. Der Bildwinkel ist groß und es wird ein weiter Bereich des Motivs im Bild erfasst. Dafür scheinen die Gegenstände jedoch kleiner und weiter entfernt zu sein. 

Die Brennweite eines Objektivs wird in Millimetern angegeben. Man spricht von kurzen Brennweiten (wenige Millimeter), mittleren Brennweiten (ca. 50mm) und langen Brennweiten (bis zu mehreren hundert Millimetern). Zu beachten ist, dass sich diese Angaben auf das Kleinbildformat (Film, bzw. Bildsensor haben eine Seitenlänge von 24 x 36 mm) beziehen.


Abbildung: Die Brennweite des Objektives legt den Bildausschnitt der Aufnahme fest

.

Viele digitale Spiegelreflexkameras verfügen allerdings über einen kleineren Bildkreis, das so genannte APS-C Format. Wird ein SIGMA Objektiv an solch einer Kamera verwendet, multipliziert sich die angesetzte Brennweite mit einem Faktor von ca. 1,5–1,7, je nach Kameratyp und Hersteller. In der Praxis bedeutet das, dass ca. 50–70% des Weitwinkels verloren gehen, diese 50–70% im Telebereich aber wieder dazu addiert werden.




Hier zwei Beispiele:

  1. Ein 28 mm Weitwinkelobjektiv an einer digitalen Spiegelreflexkamera entspricht einer Brennweite von 42 mm, bzw. 47,6 mm.

    (28 mm x 1.5 = 42 mm, bzw. 28 mm x 1,7 = 47,6 mm)
  2. Ein 200 mm Teleobjektiv an einer digitalen Spiegelreflexkamera entspricht einer Brennweite von 300 mm, bzw. 340 mm.
    (200 mm x 1.5 = 300 mm, bzw. 200 mm x 1,7 = 340 mm)



Dieses Rechenbeispiel verdeutlicht auch warum Umsteiger von analogen Spiegelreflexkameras auf digitale Spiegelreflexkameras gut beraten sind, sich ein extremes Weitwinkelobjektiv zuzulegen wie z.B. das SIGMA 10-20mm F4-5,6 EX DC HSM oder das SIGMA 12-24mm F4,5-5,6 DG HSM II. 




Jede Brennweite hat in der Fotografie ihre spezifischen Einsatzgebiete. Eine mittlere Brennweite entspricht in ihren Abbildungseigenschaften am ehesten unserem normalen Sehen. Eine leichte Telebrennweite (z. B. 100 mm) verrichtet gute Dinge, wenn Sie ein Portrait aufnehmen möchten. Es bildet das Motiv leicht vergrößert ab, ohne dass Sie aufdringlich nahe herangehen müssen. In der Tierfotografie werden besonders lange Brennweiten verwendet, um sich den scheuen oder gefährlichen Tieren nicht zu weit nähern zu müssen. Es kommen Brennweiten von über 400 mm zum Einsatz.




Eine Weitwinkelbrennweite hingegen eignet sich hervorragend für Schnappschuss- und Reportageaufnahmen, bei denen Sie einen besonders weiten Bereich (daher der Name „Weitwinkel“) der Szene im Bild festhalten möchten. Weitwinkelobjektive eignen sich auch sehr gut für Landschaftsaufnahmen. Sie erfassen einen großen Bereich der Umgebung und verleihen dem Bild eine ausgeprägte Räumlichkeit.


Zoomobjektive bieten eine hohe Flexibilität


Benötigt man nun für jede Aufnahmesituation, für jede Brennweite ein separates Objektiv? Früher war dies tatsächlich der Fall. Heutzutage sind viele Brennweiten in einem Zoomobjektiv vereint. Zoomobjektive stellen damit eine erhebliche Arbeitserleichterung dar, da sie Gewicht sparen helfen. Die Möglichkeit, mit Hilfe des Zooms den Bildausschnitt spontan zu verändern gibt Ihnen einen komfortablen Bildgestaltungsspielraum.
   
Abbildung: 80 mm Brennweite | 50 mm Brennweite | 28 mm Brennweite

Schärfentiefe

Sie werden in diesem Abschnitt das Phänomen der Schärfentiefe und ihre Beeinflussung durch die Wahl der Blendenöffnung kennen lernen. Die Schärfentiefe ist ein wichtiges Element der Bildgestaltung. Durch die gezielte Beeinflussung der Schärfentiefe können Sie die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Bereiche des Bildes lenken.


Wie Sie vielleicht wissen, kann eine Fotokamera (bzw. das Objektiv) immer nur auf eine bestimmte Entfernung scharf eingestellt werden. Objekte, die sich weiter entfernt oder näher an der Kamera befinden, werden im Normalfall unscharf abgebildet.
Mit Hilfe der Blendenöffnung können Sie regeln, wie groß der Bereich um die eingestellte Entfernung ist, der noch scharf abgebildet werden soll. Dieser Bereich wird Schärfentiefe genannt. Je weiter die Blende geschlossen wird, desto größer ist die resultierende Schärfentiefe im Bild.


Ein Beispiel soll die Wirkung der Blende auf die Schärfentiefe verdeutlichen. Stellen Sie sich vor, Sie fotografieren eine Person. Im Hintergrund der Person befindet eine Blumenwiese. Sie fokussieren die Person, wählen eine große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl), beispielsweise Blende 2,8, und machen eine Aufnahme. Wenn Sie das Bild betrachten, bemerken Sie, dass die Person scharf abgebildet wird, während die Blumenwiese im Hintergrund verschwommen wirkt. Die Blumenwiese befindet sich aufgrund der großen Blendenöffnung außerhalb des Schärfentiefebereichs.


Dieser Effekt kann durchaus erwünscht sein. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird zur Person, dem eigentlichen Hauptmotiv, hingelenkt.
Nehmen wir nun an, Sie möchten erreichen, dass sowohl die Person als auch die Blumenwiese scharf abgebildet werden. Dafür wählen Sie eine deutlich kleinere Blendenöffnung, zum Beispiel Blende 8. Der Bereich der Schärfentiefe vor und hinter der Person erweitert sich erheblich, so dass nun auch die Blumenwiese scharf abgebildet wird.




In dieser Nahaufnahmen ist die Wirkung der Blendenöffnung auf das Bildergebnis offensichtlicher als bei größeren Motiven: Die große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) bewirkt eine sehr geringe Schärfentiefe, sodass nur das Blatt scharf abgebildet wird und der Hintergrund verschwimmt. Selbst der Stängel am Blattansatz liegt schon nicht mehr in der Schärfenebene.


Das Zusammenspiel von Zeit und Blende


Ein Bild benötigt für eine korrekte Belichtung eine bestimmte Menge Licht. Blende und Verschluss der Kamera sind die wesentlichen Komponenten zur Beeinflussung der Lichtmenge. 

Wir kommen noch einmal auf das letzte Beispiel zurück. Um die Schärfentiefe zu vergrößern, haben Sie die Blendenöffnung verkleinert. Nun gelangt jedoch weniger Licht auf den Bildsensor oder den Film. Um zu verhindern, dass die Aufnahme unterbelichtet wird, müssen Sie die Lichtmenge wieder vergrößern, indem Sie die Verschlusszeit verlängern. Dadurch wird das Bild wieder richtig belichtet.



Moderne Kameras können Ihnen die Wahl der richtigen Blendenöffnung und Verschlusszeit durch die Programmautomatik abnehmen. Ein eingebauter Belichtungsmesser sorgt automatisch für die richtige Belichtung.
Bei einigen Kameras können Sie jedoch auch im Automatik-Modus die Blendenzahl und Verschlusszeit im Display der Kamera ablesen. Sie erkennen dann, ob die gewählte Blendenöffnung der gewünschten Schärfentiefe genügt. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie einen so genannten „Programm-Shift“ anwenden. Hierbei werden Blende und Verschlusszeit gegenläufig verstellt, so dass die Lichtmenge, die auf den Bildsensor, bzw. Film gelangt, konstant bleibt. Wenn Sie beispielsweise eine kleinere Blendenöffnung einstellen, wird automatisch die Belichtungszeit verlängert.



Die Wahl der richtigen Verschlusszeit vermeidet Verwacklungen


Durch die Verlängerung der Verschlusszeit kann es – besonders in einer dunklen Umgebung – zu Bewegungsunschärfe kommen. Dieser Effekt beruht auf der Tatsache, dass die Kamera niemals vollständig ruhig in der Hand gehalten werden kann. Es entstehen Verwacklungen im Bild. Je kürzer die Verschlusszeit ist, desto geringer ist das Risiko der Verwacklung während der Aufnahme. Die Gefahr der Bildverwacklung steigt auch mit wachsender Brennweite. Je länger die Brennweite, desto größer die Gefahr, dass es bei der Aufnahme zu Verwacklungsunschärfe kommt.




Es existiert eine einfache Faustregel, mit der Sie einschätzen können, ob die Verschlusszeit kurz genug ist, um eine Verwacklungsunschärfe weitestgehend zu vermeiden. Sie besagt, dass die maximale Verschlusszeit dem Kehrwert der gewählten Brennweite entsprechen sollte. 

Dies wird am besten anhand eines Beispiels deutlich. Nehmen Sie an, die Brennweite betrüge 24 mm. Laut Faustregel sollte die Verschlusszeit in diesem Fall nicht mehr als 1/24 s betragen. 1/24 (Verschlusszeit in s) entspricht dem Kehrwert von 24 (Brennweite in mm). Würden Sie länger belichten, würde das Bild verwackeln, wenn Sie ohne Stativ fotografieren.




Ein zweites Beispiel: Nehmen Sie nun an, die eingestellte Brennweite betrüge 300 mm. Der Kehrwert von 300 (in mm) ist 1/300 (in s). Die Verschlusszeit sollte also maximal 1/300 s betragen.

Abbildung: Um Verwacklungen zu vermeiden, sollte die maximale Verschlusszeit (in Sekunden) kürzer/gleich dem Kehrwert der eingestellten Brennweite (in mm) sein.




Gerade bei Aufnahmen in dunklen Räumen oder in der Dämmerung sollten Sie die Verschlusszeit im Auge behalten. Es gibt zwar die Möglichkeit einen Blitz zuzuschalten, aber dieser hat häufig nicht die benötigte Reichweite oder beeinflusst die vorhandene Lichtstimmung auf unerwünschte Weise. Ein Stativ ist zwar eine tolle Sache und würde eine Verwacklungsunschärfe nahezu unmöglich machen, aber wer trägt es schon gerne mit herum? Eine weitere Möglichkeit ist die Steigerung der ISO-Empfindlichkeit, so dass kürzere Verschlusszeiten möglich werden. Dies geht bei einer sehr hohen ISO-Einstellung meist zu Lasten der Bildqualität, da verstärktes Bildrauschen auftreten kann. Die eleganteste Lösung zur Vermeidung von Verwacklungen ist definitiv ein Bildstabilisator! 




Dank seiner Hilfe müssen Sie keine Kompromisse eingehen was die Bildqualität betrifft, das Umgebungslicht der Aufnahmesituation bleibt unverfälscht und Sie müssen keinen unnötigen Ballast wie z.B. ein Stativ mitschleppen. Natürlich hat SIGMA auch hier etwas für Sie in Petto! Das bekannteste ist das Universal-Zoom 18-250mm F3.5-6,3 DC Makro OS HSM mit optischem Bildstabilisator (dafür steht das Kürzel „OS“ = Optical Stabilizer). Die OS-Funktion kompensiert die Bewegung des Fotografen und stabilisiert das Bild effektiv. Bis zu drei Verschlusszeitenstufen länger lassen sich dadurch noch frei aus der Hand fotografieren. Wenn Sie beispielsweise mit einer 1/125 Sekunde aus der Hand verwacklungsfrei fotografieren könnten, werden Sie mit das OS Objektiv bis zu etwa 1/15 Sekunde frei aus der Hand einsetzen können. Das Objektiv bietet Ihnen zwei unterschiedliche Modi, die je nach Motiv und dessen Eigenbewegung eingesetzt werden können.



Available Light

Sonne lacht, Blende 8 – hinter diesem Kalauer verbirgt sich doch die Wahrheit, dass es mit so gut wie allen Kameras mühelos gelingt, bei ausreichendem Licht gute Fotos zu machen.

 

Meistens reicht dabei der Vollautomatikmodus, ohne sich mit Dingen wie Belichtungszeit, Blende oder Empfindlichkeit beschäftigen zu müssen.


Anders sieht es jedoch aus, wenn anstatt taghellem Sonnenlicht schummerige Straßenlaternen, dezente Bühnenbeleuchtung oder romantisches Kerzenlicht die Szenerie bestimmen
. Verlässt man sich hier auf den Automatikmodus, hat man schlechte Karten: Der eingebaute Blitz erschlägt die vorhandene Lichtstimmung, die Bilder werden durch viel zu lange Belichtungszeiten unscharf oder durch extreme ISO-Einstellungen stark verrauscht.

Always available

In der Fotografie hat sich für die Kunst, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen nur mit dem vorhandenen Licht zu fotografieren und auf zusätzliche Beleuchtung (z.B. Blitz) vollständig zu verzichten, der Stilbegriff „Available Light“ gebildet. Dabei gilt es, gerade den Reiz und die Atmosphäre einer vorhanden Lichtcharakteristik einzufangen und somit authentische und ausdrucksstarke Bilder zu schaffen. Die Blitzautomatik „erschlägt“ hingegen das schönste ausgeleuchtete Motiv.

Wo Licht ist, sind auch Fotografen...

Neben diesen ästhetischen Entscheidungen für die Available Light Technik gibt es auch rein pragmatische Gründe, sich mit ihr zu befassen. Häufig ist die Verwendung von Blitzlicht nicht gestattet (z.B. Museen, Theater) oder nicht möglich, weil die Blitzreichweite nicht ausreicht.

Stativ nicht immer erlaubt

In der Available Light Fotografie wird im Gegensatz zur Nachtfotografie häufig auf ein Stativ verzichtet – 30 Sekunden Langzeitbelichtungen sind dabei nicht möglich.


 

Die Herausforderungen

Die Available Light Fotografie stellt den Fotografen und die verwendete Kamera vor einige Aufgaben:

  • die Verschlusszeit darf nicht zu lang sein, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden oder das Bild komplett zu verwackeln
  • die Lichtquellen führen zu hohen Motivkontrasten
  • bei spärlichem Licht versagt gerne der Autofokus
  • verschiedene Lichtquellen mit unterschiedlicher Farbtemperatur sorgen für Mischlicht
  • hohe ISO-Einstellungen verursachen starkes Bildrauschen

 

Schönwetterkamera?

Nicht jede Kamera ist für die Available Light Fotografie geeignet. Sie sollte zumindest über folgende Features und manuelle Einstellmöglichkeiten verfügen:

  • geringes Bildrauschen, so dass auch hohe ISO-Einstellungen genutzt werden können
  • manuelle Blitzabschaltung
  • manuelle Belichtungseinstellung (Blenden- und Zeitautomatik, am besten auch komplett manuell wählbar)
  • lichtstarkes Objektiv (größte Blende z.B. f 2,8)
  • manueller Weißlichtabgleich
  • manueller Fokus

 

DSLR – erste Wahl für Available Light Fotografen

Nicht nur die hohe Lichtempfindlichkeit, sondern auch die Möglichkeit, alle Bildparameter manuell einzustellen und somit volle Kontrolle über das Ergebnis zu haben, machen eine DSLR, also digitale Spiegelreflexkamera zum idealen Werkzeug für ambitionierte Fotografen. Der wesentlich größere Bildsensor ermöglicht rauschfreie Bildergebnisse bei hohen ISO-Werten mit brauchbaren Resultaten selbst bis ISO 1600.


Darüber hinaus bieten sie noch viele weitere Systemvorteile:

  • Verwendung hochlichtstarker Objektive möglich
  • auch bei schlechten Lichtverhältnissen meist schneller Autofokus, aber auch leichtes präzises manuelles Fokussieren möglich
  • heller und klarer optischer Sucher
  • höhere Dynamik (Belichtungsumfang) für kontrastreiche Motive, wie sie häufig bei der Available Light Fotografie zu finden sind
  • RAW-Modus für unkomprimierte Aufnahmen mit optimalen Möglichkeiten zur nachträglichen Bildoptimierung

 

Auf die Lichtstärke kommt es an

Besonders geeignet sind Objektive mit großer maximaler Blendenöffnung. Hierbei haben Festbrennweiten gegenüber Zoomobjektiven Vorteile und bieten Lichtstärken bis F1,4. Zum Vergleich: Ein Standard-Zoomobjektiv bietet beispielsweise eine Lichtstärke von F 4. Dies bedeutet, dass im Vergleich eine 8fach längere Verschlusszeit bzw. 3 höhere ISO-Stufen für einen gleichen Belichtungswert eingestellt werden müssten.

Wie geschaffen für die Available Light Fotografie ist z.B. das hochlichtstarke Standardobjektiv SIGMA 30mm F1,4 EX DC HSM (Bild), das für alle gängigen Kameraanschlüsse verfügbar ist. Mit der Lichtstärke von 1,4 liefert es die nötigen Reserven, wenn es um Sie herum düster wird. Weitere lichtstarke SIGMA Objektive sind das 35mm F1,4 DG HSM der neuen Art-Produktlinie, das 50mm F1,4 EX DG HSM oder das beliebte 85mm F1,4 EX DG HSM.

SIGMA OS Bildstabilisierung: Objektive mit „eingebautem Stativ“

Eine Traumkombination für die Available Light Fotografie und Einsteiger stellen eine DSLR und ein Objektiv mit Bildstabilisator dar, wie z.B. das neue Reise-Zoom SIGMA 18-250mm F3.5-6,3 DC Makro OS HSM (Bild).

Die OS(optischer Stabilisator)-Funktion bietet die effektive Kompensation von bis zu 4 Belichtungsstufen, was die Möglichkeiten bei Freihandaufnahmen deutlich erhöht, selbst bei Makroaufnahmen, wo bereits leichte Verwacklungen schnell sichtbar werden. Bei der Aufnahme sich bewegender Motive wie Motorsport erkennt der OS automatisch die Kamerabewegung (Mitziehen) und bietet die effektive Korrektur der Kamerabewegung.

Aufnahmetipp: Belichtungseinstellung beachten

Grundsätzlich muss man eine Belichtungseinstellung wählen, die verwacklungsfreie Aufnahmen ermöglicht. Dazu bietet es sich meist an, in der Zeitautomatik (A-Modus) zu fotografieren und als Blende die größte Öffnung vorzuwählen.

Die Belichtungsmessung

Für die Ermittlung der richtigen Belichtung bietet sich die Spotmessung an. Häufig beherrschen starke Beleuchtungskontraste die Szenerie und das Hauptmotiv muss gezielt angemessen werden. Achte vor allem darauf, dass die hellen Bildbereiche (Lichter) nicht überbelichtet werden und ausfressen.


Die Empfindlichkeit

Bei allen aktuellen DSLR-Kameras kann bedenkenlos bis ISO 800 gegangen werden. Teste am besten die Bildqualität Deiner Kameras bei den verschiedenen ISO-Einstellungen und entscheide, welche Qualitätsstufe für den Verwendungszweck des Fotos noch vertretbar ist. In der Praxis ist es so, dass gerade bei der Available Light Fotografie ein gewisses Bildrauschen in Kauf genommen wird und sogar zur Charakteristik einer Low-Light-Szene passt.

Serienbild und Belichtungsreihe

Bewegen sich die Verschlusszeiten im kritischen Bereich für scharfe Aufnahmen, kann folgender Trick helfen: Schalte die Kamera in den Serienbildmodus. Dadurch werden mit denselben Einstellungen mehrere Bilder aufgenommen und die Chance steigt, dabei ein brauchbares, scharfes Bild zu erhalten. Darüber hinaus entfällt dadurch die Gefahr des Verreißens beim Auslösen.

Auch die Belichtungsreihen-Funktion kann sich sehr nützlich erweisen. Gerade bei den schwierigen und auch schnell wechselnden Lichtverhältnissen ist es nicht leicht, auf Anhieb die optimale Belichtung einzustellen oder schnell zu ändern.

Wird mit Stativ fotografiert, lassen sich die mit einer Belichtungsreihe aufgenommenen Bilder nachträglich am Computer so zusammenfügen und gezielt überblenden, dass ein höherer Kontrastumfang aufgenommen werden kann.

Weißlichtabgleich

Besonderes Augenmerk gilt bei der Available Light Fotografie auch dem Weißlichtabgleich. Jede Lichtquelle hat ihre eigene Farbe, und gerade das Zusammenspiel der verschiedenen Lichtarten und Lichtcharakteristiken macht einen Reiz der Available Light Fotografie aus. Der automatische Weißlichtabgleich berücksichtigt dies in der Regel nicht; eine manuelle Einstellung lässt es hingegen zu, die vor Ort herrschende Farbstimmung originalgetreu zu erfassen. Wie geschaffen für diesen Zweck ist wiederum das RAW-Format, denn hierbei lässt sich auch im Nachhinein am Computer die optimale Weißlichtabgleicheinstellung vornehmen.

 

Immer ruhig bleiben

Etwas Übung gehört dazu, bei Freihandaufnahmen die Kamera ruhig zu halten. Auch hier bieten SLR-Kameras aufgrund deren Größe und Gewicht klare Handling-Vorteile gegenüber Kompaktkameras. Mit welcher längsten Verschlusszeit noch scharfe Aufnahmen gelingen, ist bei jedem Fotografen anders.


Hilft auch der altbekannte Tipp, vor dem Drücken des Auslösers ruhig auszuatmen nicht weiter, sollte man versuchen, sich irgendwo abzustützen und so für eine ruhige Kamerahaltung zu sorgen. Bewährt haben sich auch die kleinen Helfer wie Einbeinstative oder Klemmstative, die leicht mitzunehmen sind und somit das Mitschleppen eines schweren und sperrigen Stativs überflüssig machen.


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