Kreativtipps für die Architekturfotografie

von Adrian Schulz

 

 

Adrian Schulz ist als Architekturfotograf national und international tätig. Durch sein Diplom im Fach Architektur (TU-Berlin) und zahlreiche fotografische Auftragsarbeiten für Architekten, Interior Designer, Werbeagenturen und Immobilienfirmen ist er mit beiden Welten – der Architektur und der Fotografie – sehr vertraut. In seinem Buch „Architekturfotografie“, das im dpunkt.verlag erschienen ist, gibt er z. B. Kreativtipps für ausgefallene Architekturaufnahmen:

 

Extreme Bildausschnitte

Eine geschickte Bildkomposition mit extremen Bildausschnitten kann die Gebäuderealität in einer Darstellung stark verfremden. Ein kreativer Fotograf hat durch selektives Hervorheben eines eng begrenzten Bereichs die Möglichkeit, Architekturbilder sehr reduzieret und stilisiert wiederzugeben.

 

Durch den Verzicht auf maßstabgebende Bezugspunkte findet ein Betrachter bei manchen Motivausschnitten keine Anhaltspunkte über Größenverhältnisse. Das Bild wirkt durch den unklaren Maßstab sehr abstrakt.

 

Blick nach oben

Wir nehmen unsere Umwelt meist in einer Waagerechten, d. h. nach vorne wahr. Der Horizont wandert selten aus dem Blickfeld. Daher führt eine ungewohnte Blickrichtung, wie z. B. der Blick senkrecht nach oben,  zu einer ungewohnten Sichtweise auf die Architektur. Der Kontext des Gebäudes ist nicht mehr klar zu definieren und räumliche Bezüge verwischen. 

 

Der ungewöhnliche Blick senkrecht nach oben führt zu einer dynamischen aber auch verfremdeten Architekturabbildung. Eine solche außergewöhnliche Aufnahme zieht jeden Betrachter in seinen Bann.

 

Extreme Spiegelungen

Wie wir alle wissen, können Spieglungen eine besondere Wirkung entfalten, wenn sie auf einer Fassade eine zweite Bildebene mit komplett eigenständigem Inhalt schaffen. Durch geschickte Bildkomposition lässt sich so eine besondere Bildaussage oder Bildsymbolik hervorheben, z. B. durch die Darstellung von Gegenständen wie alt und neu, schwer und leicht oder transparent.

 

Spiegelungen können sogar so abstrakt eingesetzt werden, dass sich die dargestellten Räumlichkeiten dem Betrachter gar nicht mehr erschließen. Die Architektur ist in solchen Fällen nur Projektionsfläche für eine von ihr losgelöste Bildaussage.

 

Diese und noch mehr Tipps von Adrian Schulz erfährst Du in seinem Buch „Architekturfotografie“.

 

 

 

 

 

 

Außergewöhnliche Architektur im warmen Licht  

 

Cora und Georg Banek haben in Ihrem Buch „Sehen lernen“ viele interessante Fototipps zusammengetragen. Uns hat in ihrem Buch besonders der Tipp „Underworld“ gefallen, da er sich mit der Lichtstimmung befasst.

 

Cora und Georg Banek besuchten das grandiose Bauwerk MyZeil. Nachdem sie große, berauschende Übersichten des Gebäudes aufgenommen hatten, nahmen sie sich die Zeit, ruhigere Motive zu suchen. Im ersten Stock des Gebäudes taucht das Dach im Boden ein. Dazu fanden sie ein fantastisches Mischlicht vor, das dem Ganzen noch eine emotionale Komponente gab. Das warme Licht drang in die kühle Umgebung und weckte ganz automatisch die Neugierde.  

 

Das wichtigste Bildgestaltungselement ist in solchen Fällen das Licht, dessen Farbgebung den besonderen Reiz des Bildes ausmacht. Die durch das natürliche Tageslicht bläulich gefärbte Umgebung wird durchbrochen von dem warmen Lichtschein des künstlichen Lichts aus dem Untergeschoss. In Kombination entstand ein Warm-Kalt-Kontrast zwischen den Farben, der ihre jeweilige emotionale Wirkung verstärkt. D.h., das Blau wirkt noch einmal kühler und das Gelb wärmer.

 

Das zweite wichtigste Gestaltungsmittel sind die Linien, die das Dach bildet und den Blick in das Loch im Boden ziehen. Dieser Sog wird dadurch verstärkt, dass die Linien in Leserichtung, also von links oben nach rechts unten verlaufen. Und auch der hellste Bereich im Bild sowie die geometrische Form des Ovals ziehen den Blick an. Die vielen Dreiecke der Dachfläche werden hingegen weniger als einzelne Formen, sondern stattdessen als Muster wahrgenommen. 

 

Technik-Tipp:

In Mischlicht-Situationen braucht der Weißabgleich Deiner Kamera immer ein bisschen Hilfe bzw. eine Entscheidung von Dir als Fotografen, welche Lichtquelle er als die führende interpretieren soll. Bei dieser Aufnahme fiel die Entscheidung auf das gelbe Kunstlicht, da dieses weniger Fläche im Bild einnimmt. Die Folge war, dass das Kunstlicht blauer abgebildet wurde, als es bei einem auf Tageslicht geeichten Weißabgleich der Fall gewesen wäre.

 

 

 

Die Kunst der Linienführung

 

Eine Architekturaufnahme wirkt besonders durch die bewusste Anwendung der Linienführung. Bei Innenaufnahmen werden dazu häufig Kanten genutzt, die Zimmerdecken oder –böden und Wände bilden. Solche Linien, die sich in die Tiefe des Bildes erstrecken, können verwendet werden, um Räumlichkeit und Tiefe zu simulieren, aber auch, um Blick und Interesse der Betrachter auf einzelne bildwichtige Punkte oder sogar auf mehrere Punkte nacheinander zu lenken.

 

Bewusste Linienführung kann aber auch laut des Fotografen Axel Hausberg genutzt werden, um Unordnung und Verwirrung zu stiften. Um die Linienführung vor der Aufnahme zu prüfen, empfiehlt es sich, ein Auge zu schließen und das andere so weit zuzukneifen, dass alle Details verschwinden und das Motiv auf seine wichtigsten Strukturen reduziert wird. Wenn sich zwei dominante Linien in einem der vier Punkte der Drittel-Regel kreuzen, folgt man in einem einzigen Bild sowohl den Regeln bewusster Linienführung als auch des Goldenen Schnitts.

 

Zusammen mit dem Journalisten und Buchautor Anton Simons hat Axel Hausberg diesen und viele weitere Tipps zur Architekturfotografie zusammengetragen und in dem Buch „Professionelle Architekturfotografie“ vom mitp-Verlag veröffentlicht.

 

 

 

Architekturfotografie: Das Auge bestimmt das fotografische Bild

Die Architekturfotografie ermöglicht eine andere Wahrnehmung von Gebäuden, Straßen, Landschaften und Objekten. Sie schult den Blick durch die Umsetzung der realen Dreidimensionalität zu einer Fläche und führt sie zu einer neuen Ästhetik, die selbst banale Dinge in einem neuen Licht erscheinen lässt. Die Architekturfotografie zieht jeden Fotografen durch die visuelle Komplexität von Bauwerken aller Art mit deren Symmetrien und Strukturen in ihren Bann.


Zu den großen Herausforderungen eines Architekturfotografen gehören die Komponenten der Darstellung, mit natürlichem oder künstlichem Licht und dessen Schatten, der Wahl der Perspektive und die bildnerische Umsetzung. Das Auge des Fotografen und dessen Standpunkt in Verbindung mit der eingesetzten Technik bestimmen das fotografische Bild. Um die Dimensionen moderner Architektur im Bild wiederzugeben, können die darauf abgebildeten Personen als Maßstab verwendet werden.


Nachts bringen vielfältige Lichter Farbe in die graue, teils von Beton dominierte Großstadtlandschaft. Unerlässlich ist dabei allerdings der Einsatz eines Stativs. Nur so kannst Du ohne Rücksicht auf die Länge der Belichtung munter drauflos fotografieren. ISO-Einstellungen von 1600 oder höher und lichtstarke Objektive mögen zwar in vielen Fällen unverwackelte Bilder möglich machen, allerdings auf Kosten der Bildqualität, denn die Blende wirst Du weit öffnen müssen. Du solltest vor jeder Aufnahme darauf achten, dass die Frontlinse sauber und trocken ist. Ein weiches Brillenputztuch ist praktisch, um Staubfussel und mögliche Regentropfen schonend zu beseitigen. Suche erhöhte Standorte, von denen Du auf die nächtliche Großstadt herabblicken kannst. Schon der Einsatz eines 20-mm-Weitwinkelobjektivs lassen die Lichter der nächtlichen Großstadt attraktiv in Szene setzen.

Aufnahmen von Innenräumen mit künstlicher Beleuchtung sind meist sehr aufwendig und stellen eine Herausforderung dar, da Du als Fotograf zu der vorhandenen Beleuchtung mit vielen weiteren und versteckt angebrachten Leuchten arbeiten musst. Die Vorbereitung für eine Innenaufnahme ist sehr zeitaufwendig und der Druck auf den Auslöser ist zumeist der erlösende Abschluss einer aufwendigen Arbeit.

Licht, Linien und Formen – moderne Stadtlandschaften bieten von alldem etwas. Mehr oder weniger große reflektierende Glasflächen spielen bei der Architekturfotografie eine bedeutende Rolle. Je nach Standpunkt und Blickwinkel des Fotografen spiegeln sich mal benachbarte Häuser, Straßen oder der Himmel im Glas. Bevor Du auf den Auslöser drückst, empfehlen wir Dir, Dich mit den vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Architektur, Wetter, Licht und Standpunkt intensiv auseinander zu setzen. Zunächst solltest Du das Gebäude erkunden, einen geeigneten Standpunkt suchen und Dich mit dem Verlauf der Sonne auseinander setzen. Erst dann kannst Du Dich an die Arbeit machen. Dabei lassen sich vom starken Weitwinkel bis zum langen Tele alle Brennweiten einsetzen. Mit dem Weitwinkel kannst Du Dir den Effekt der stürzenden Linien zunutze machen. Mehr oder weniger direkt nach oben gerichtet, sorgen starke Weitwinkelobjektive dafür, dass die vertikalen Linien der Gebäude aufeinander zulaufen und die Häuser scheinbar dem Himmel zustreben und noch höher erscheinen, als sie ohnehin schon sind. Mit dem Teleobjektiv lassen sich abstrakte anmutende Details herauslösen. Generell auf die Spiegelungen achten, denn je nach Lichteinfall ergeben sich andere Farbkontraste. Der Einsatz eines Stativs ermöglicht es Dir, Bilder präzise zu komponieren und ausreichend stark abzublenden, um die erforderliche Schärfentiefe zu erzielen.

An klaren, wolkenlosen Sommertagen ist die Blaue Stunde besonders lang und blau. Ideale Voraussetzungen, um ein beleuchtetes Gebäude im Kontrast zum kühlen Blau des späten Abendhimmels zu fotografieren. Bei solchen Aufnahmen eignet sich sehr gut der Einsatz eines extremen Weitwinkelobjektivs. Wichtig dabei ist, sich des schon bei leichten Fehlern in der Ausrichtung der Kamera sehr stark in Erscheinung tretenden Effekts der stürzenden Linien bewusst zu sein. Dabei ist eine kleine, im Blitzschuh der Kamera einsteckbare Wasserwaage ebenso hilfreich wie ein Stativ, dass Du möglichst hoch ausfahren kannst. Eine kleine Taschenlampe und ein Kabelauslöser komplettieren Deine Ausrüstung für eine solche fotografische Abendexkursion. Achte generell darauf, dass Du ein „aufgeräumtes“ Bild machst. Die Gefahr ist groß, dass zu viel überflüssiges ins Bild gerät. Die Beschränkung auf einige Bildelemente und eine klare Linienführung ist eine gute Strategie, um Verwirrungen beim Betrachter zu vermeiden.



Bildgestaltung in der Architekturfotografie

Wenn das Motiv selbst originell oder spektakulär ist, dann ist es für Dich als Fotograf in der Regel leicht, ein originelles Foto zu machen. Die Aufgabe des Fotografen ist in diesem Fall nur, sich für den richtigen Aufnahmestandort, die Brennweite, eine Blende und ein Format zu entscheiden, die die Originalität des Motivs bestmöglich zur Wirkung bringen, wie Axel Hausberg und Anton Simons es in ihrem Buch „Professionelle Architekturfotografie“ vom mitp-Verlag beschreiben.


Neben der Auswahl des bestmöglichen Aufnahmestandortes, der Brennweite und Schärfentiefe ist die Bestimmung des Bildformates ein wichtiges Gestaltungsmittel. Viele Magazine verwenden auf der Titelseite hochformatige Motive.


Für die Formatauswahl gibt es eine Reihe bewährter Faustregeln:

  • Das am häufigsten verwendete Format ist das Querformat, weil es unserem Blickfeld am nächsten kommt. Querformate wirken häufig ruhiger und statischer als Hochformate. Andererseits kann man mit ihnen stärkere Asymmetrien erzeugen als mit Hochformaten. In der Architekturfotografie verwendet man Querformate dann, wenn ein Gebäude in seinem Umfeld gezeigt werden soll.
  • Hochformate wirken origineller, ungewöhnlicher und dynamischer. Hochformate verwendet man z. B. für die Abbildung von Türen, bei hochformatigen Fassaden und immer dann, wenn die Höhe eines Gebäudes betont werden soll. Das Hochformat eignet sich darüber hinaus sehr gut für Motive, die sich in Vorder-, Mittel- und Hintergrund gliedern und bei denen es darauf ankommt, räumliche Tiefe wiederzugeben.
  • Quadratische Aufnahmeformate haben den Vorteil, dass Du die Kamera beim Fotografieren nicht drehen musst. Quadratische Fotos wirken häufig ruhig, ausgewogen und harmonisch. Sie haben etwas Kompaktes und werden in der Architekturfotografie eher selten verwendet. Bei Motiven mit klarem geometrischen Aufbau solltest Du eine quadratische Aufnahme aber durchaus in Betracht ziehen.
  • Panorama-Aufnahmen mit Architekturmotiven siehst Du eher selten. Die Ursache dafür liegt in den Printmedien sowie bei den Motiven. Extreme Querformate mit einem Seitenverhältnis von mehr als 3:1 bieten sich bei Skylines an. Leichte Querformate mit einem Seitenverhältnis bis 3:1 eignen sich dazu,  außergewöhnlich lange Gebäude aus ihrem Kontext herauszulösen. Vereinzelt siehst Du auch Panoramafotos im Hochformat, die dazu genutzt werden, einen Turm oder ein anderes hohes Gebäude freizustellen.

Wenn Du noch Feinkorrekturen am Bildzuschnitt nachträglich vornehmen kannst, solltest Du den Ausschnitt bei der Aufnahme nicht zu knapp wählen.


Die Drei-Ebenen-Gliederung spielt in der Architekturfotografie ebenfalls eine große Rolle
. Durch die Einteilung von Bildern in drei Ebenen wird der Blick des Betrachts vom Bildrand ins Bildzentrum geführt. Es entsteht ein intensiver Eindruck von Dreidimensionalität. Die Drei-Ebenen-Gliederung eignet sich sowohl für Hoch- als auch für Queraufnahmen. Bei Hochformaten sind sie aber meist sehr viel eindrucksvoller. Bei Innenaufnahmen hilft die Gliederung des Motivs in drei Ebenen, um Tiefe ins Bild zu bringen. Bei Aufnahmen von Gebäuden soll es helfen, das Gebäude eindrucksvoll in seine Umgebung einzubetten.

Eine weitere wichtige Faustregel für den Bildaufbau ist der „Goldene Schnitt“. Dieses Prinzip besagt, dass Du die Bildfläche sowohl horizontal als auch vertikal dritteln sollst, so dass sich insgesamt neun gleichmäßige Rechtecke ergeben. Gemäß der Regel wird das Hauptmotiv an der oberen oder unteren waagerechten und an der rechten oder linken senkrechten Linie platziert. Hauptmotive bei Architekturfotos können ein Hauseingang, ein Fenster oder bloß ein Schatten sein. Wichtig ist nur, dass sie sich aus ihrer Umgebung herausheben.


 

Architekturfotografie: Bildausschnitt und Perspektive

Entscheidend für die Perspektive in der Architekturfotografie ist der Kamerastandort. Eine Perspektivveränderung lässt sich nicht mit dem Wechsel des Objektivs, sondern nur mit einem Wechsel des Aufnahmestandpunktes erreichen.  

 

Die Brennweite hingegen entscheidet über den Bildausschnitt, das bedeutet:

  • Mit einer langen Brennweite (Teleobjetiv) erfasst Du einen kleinen Blickwinkel und erhältst einen kleinen Ausschnitt.
  • Mit einer mittleren Brennweite (Normalobjektiv) erfasst Du einen mittelgroßen Bildwinkel und erhältst einen ebensolchen Ausschnitt.
  • Mit einer kurzen Brennweite (Weitwinkelobjetiv) erfasst Du einen großen Bildwinkel und erhältst einen großen Ausschnitt.

Eine große Herausforderung in der Architekturfotografie besteht darin, stürzende Linien und perspektivische Verformungen zu vermeiden. Die Gefahr der stürzenden Linien ist aus zwei Gründen besonders groß:

  • weil die meisten Gebäude von waagerechten und lotrechten Linien dominiert werden und
  • weil Gebäude häufig derart groß sind, dass Du als Fotograf, um das gesamte Gebäude aufnehmen zu können, Deine Kamera kippen musst.

Den natürlichsten Eindruck vermitteln Normalbrennweiten mit Bildwinkeln zwischen 45 und 55 Grad. Weil sie dem menschlichen Seheindruck am nächsten kommen, fotografiert man Gebäude am besten mit Normalbrennweiten. Telebrennweiten hingegen verdichten den Raum und lassen Entfernungen zusammenschrumpfen. Dieser Effekt wird mitunter gezielt eingesetzt, um bei einem Haus, das verkauft werden soll, den Eindruck zu erwecken, dass es nahe am Wald steht, oder eine Ferienwohnung, die vermietet werden soll, näher am Stand als in Wirklichkeit. Weitwinkel-Aufnahmen von nahen Aufnahmestandpunkten betonen den Vordergrund und führen zu starken fluchtenden Linien. Die Außenformen von Gebäuden werden verzerrt und erscheinen im Verhältnis zur Bildmitte übergroß. Weitwinkelobjektive solltest Du deshalb in der Architekturfotografie nur dann verwenden, wenn Du das gewünschte Objekt mit dem Bildwinkel eines Normalobjektivs nicht erfassen kannst. Kurze Brennweiten werden vor allen dann eingesetzt, wenn eine Wand, eine Straße oder ein anderes Hindernis das Fotografieren mit einer Normalbrennweite nicht gestattet. Weitwinkel- und Teleobjektive lassen sich gezielt einsetzen, um den Betrachter zu täuschen. Sie lassen kleine Räume großzügiger wirken.


Meistens werden Gebäude frontal fotografiert, also so, dass Bildebene und Fassade parallel verlaufen. Außerdem wird im Normalfall auf Augenhöhe fotografiert, also so, wie auch der Betrachter das Gebäude sehen würde, wenn er selbst davor stünde. Es kann aber gute Gründe geben, von dieser Grundregel abzuweichen:

  • Mit seitlich versetztem oder überhöhtem Kamerastandpunkt kannst Du an Autos, Hecken, Absperrungen, Nachbargebäuden und anderen Hindernissen vorbei fotografieren.
  • Mit einem niedrigen Kamerastandpunkt kannst Du die Höhe, die Größe oder die Bedeutung eines Gebäudes betonen. Außerdem gibt eine solche Perspektive Dir als Fotograf die Möglichkeit, ein Gebäude aus einem Umfeld herauszuheben und zu isolieren.
  • Höhere Kamerastandpunkte eigenen sich besonders für Gesamtübersichten von Einzelgebäuden und Ensembles.

Der Architekturfotograf seht beim Fotografieren vor der Frage: Sollen die Senkrechten des Gebäudes im Foto parallel oder perspektivisch verlaufen? 

  • Wenn Du die Kamera nach oben kippst, siehst Du, dass die Senkrechten das Gebäude nach oben verjüngen. Das sind die so genannten stürzenden Linien.
  • Hälst Du die Kamera parallel zur Gebäudefront, verlaufen die Senkrechten des Gebäudes parallel wie in der Wirklichkeit. Je nach Gebäudehöhe, Fotografierabstand und genutzter Brennweite wird das Gebäude nicht bis zur Oberkante abgebildet, sondern abgeschnitten.
  • Um zu verhindern, dass der obere Teil des Gebäudes abgeschnitten wird, shiftet man das Objetiv nach oben.

Diese und viele weitere praktische Tipps zur Architekturfotografie findest Du in dem Buch „Professionelle Archtikturfotografie“ von Axel Hausberg und Anton Simons. Aus unser Sicht ein Fachbuch, das nicht in Deiner Bibliothek fehlen sollte, wenn Du beeindruckende Architekturfotos machen möchtest.


 

Generelle Tipps zur Architekturfotografie

Zur Architekturfotografie gehören Aufnahmen, die das Bauwerk im Ganzen darstellen sowie Details zeigen. Wenn Du Dich gern damit auseinander setzen möchtest, kommst Du um ein Ultraweitwinkelobjektiv nicht herum. Ein Stativ mit exaktem Kopf und guter Wasserwaage ist selbstverständlich auch Pflicht.


Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass man von öffentlich zugänglichen Straßen und Plätzen alles fotografieren darf. Ausnahmen gibt es für urheberrechtlich geschützte Werke, deren Aufstellung im öffentlichen Raum nicht auf Dauer ausgelegt ist. D.h., Du darfst das Bauwerk zwar fotografieren, aber die Fotos nicht ohne Einwilligung des Rechteinhabers veröffentlichen.

Prinzipiell gibt es für den Winkel, mit dem Bauwerke fotografiert werden, keine Obergrenze. Ein Fischeye mit 180 Grad diagonalem Bildwinkel ist hervorragend geeignet, solange Du daran denkst, den Horizont durch die Mitte des Bildes laufen zu lassen. Ein Fischeye-Objektiv hat gegenüber dem Ultraweitwinkelobjektiv den Vorteil, dass die Darstellung flächengetreu ist. Gegenstände am Rand des Bildes werden nicht verbreitert, was sehr wichtig für die Balance des Bildes ist.

Falls es nicht möglich ist, dass Du Dich weiter vom Bauwerk entfernst, um einen natürlichen Bildwinkel zu bekommen, empfehlen wir Dir immer darauf zu achten, einen Größenvergleich in das Bild zu nehmen. Dies gilt besonders, wenn Du das Bild noch am Computer bearbeiten möchtest, um die stürzenden Linien zu entfernen.  

Stürzende Linie ist die Bezeichnung für den Effekt, wenn Du ein Bauwerk von unten nach oben fotografierst und es aufgrund der Perspektive nach oben immer dünner erscheint. Es wirkt, als würde das Haus oder der Turm umstürzen. Generell sind stürzende Linien am Bildrand immer stärker als in der Bildmitte.

 

Wenn Du Gebäude in ihrer Komplexität aufnehmen möchtest, solltest Du viel Abstand zum Gebäude nehmen und die Kamera waagerecht halten. Später kannst Du die untere Hälfte des Bildes mit dem Straßenpflaster abschneiden.

Wenn Du mit einem Ultraweitwinkelobjektiv arbeitest und stürzende Linien vermeiden möchtest, solltest du entweder Deinen Aufnahmestandort nach oben verlegen oder den Bildvordergrund interessant gestalten. Der Horizont bleibt bei jeder Variante in der Bildmitte.

Generell lässt sich festhalten, dass Architekturaufnahmen immer mit Stativ aufgenommen werden, damit man das Bild in Ruhe ausrichten kann und den richtigen Moment erwischt, wenn die Straßen verweist sind. Darüber hinaus ist das Morgen- bzw. Abendlicht ideal, wenn Strukturen und Fassaden heraus gearbeitet werden sollen. Das Licht am Vormittag oder Nachmittag eignet sich besonders für die natürliche Wiedergabe von Bauwerken. Bei Architekturaufnehmen setzt Du einen Polfilter bewusst ein, wenn Du Spiegelungen des Himmels an den Fensterscheiben vermeiden möchtest

 

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PRODUKTEMPFEHLUNG

Der Feuerring – Die Designschale für den Gourmet

 

 

Zu einem schönen Haus gehört auch ein Garten, der die Sinne anspricht und in dem man sich jeder Zeit gern aufhält, egal ob im Sommer oder Winter. Neben der Gartengestaltung spielen Gartenmöbel und besonderes Accessoires- wie z.B. Feuerschalen von Feuerring - eine große Rolle.

 

Mehr über die schönen Feuerschalen erfährst Du hier.

PRODUKTEMPFEHLUNG

Effektvolles Licht

 

 

Die Lampe „Crocco Suspension“ von Slamp (www.slamp.it)  scheint in der Luft zu schweben. Die Schirme sind am Rand mit Farbe bedruckt, was die geschwungene Form der Lampe zusätzlich betont. Bei den Schirmen setzt der Designer Nigel Coates auf das Material „Lentiflex“ und hat damit eine effektvolle Leuchte kreiert.

 

AXEL HAUSBERG

LensTRUE System: Gradlinigkeit garantiert

Jeder Fotograf kennt das Problem der perspektivischen Verzerrung. Moderne Bildverarbeitungsprogramme erlauben Korrekturen, die jedoch meist sehr zeitaufwendig sind und dennoch die Proportionen falsch wiedergeben, da die Korrekturen nur von Hand gesteuert werden. Selbst über die „Perspektivische Verformung“ in Photoshop erreichst Du im besten Fall nur eine proportionsähnliche Wiedergabe. Dieses Problem löst das LensTRUE System (www.lenstrue.com) von Jobo (www.jobo.com) durch eine Kombination von Hard- und Software.

 

Foto ohne und mit dem LensTRUE-System.

 

Mehr über das System LensTRUE erfährst Du hier.

AXEL HAUSBERG

 

Architekturfotografie ist weitaus mehr als bloßes Bauen - Axel Hausberg als freiberuflicher Fotodesigner mit Schwerpunkt Architekturfotografie weiß genau, wie er die Kunst der zweidimensionalen fotografischen Abbildungen von dreidimensionaler Architektur umsetzt.

 

Mehr über ihn und seine Arbeit erfährst Du auf seiner Homepage oder in seiner Publikation "Architketurfotografie" vom mitp-Verlag.

BUCHTIPP

 

Die Architekturfotografie stellt den Fotografen samt Ausrüstung vor sehr spezielle Herausforderungen, mit denen sich das Buch „Professionelle Architekturfotografie“ ausführlich beschäftigt. Genauere Infos zum Fachbuch bekommst Du bei unseren Buchtipps. Bestellen kannst Du es hier.

 

BUCHTIPP

 

Eine gelungene Architekturaufnahme kann das Aussehen und die Wirkung eines Gebäudes besser transportieren als jedes andere Medium. Doch welche Ausstattung wird dafür benötigt? Was sind die Voraussetzungen für eine gelungene Aufnahme? Warum sieht ein Gebäude auf einem Foto ganz anders aus als in der Realität? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt dieses Fachbuch von Adrian Schulz. Genauere Infos bekommst Du bei unseren Buchtipps. Bestellen kannst Du es hier

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Haus mit Meerblick – Wer träumt nicht davon?

 

 

Foto: James Siverman

 

Von einem Haus mit Meerblick träumen viele von uns. Nirgendwo kommt man dem Wasser wohl so nahe wie in der Villa Näckros in Kalmar an der Ostküste Schwedens. New Nordic übertragen auf die Architektur. Im Schatten der Öland-Brücke lebt man hier auf und mit dem Kalmarsund.

 

Foto: Thomas Jaensson

 

Architekt Staffan Strindberg überführte das klassische Hausboot in ein nordisch-puristisches „Modern Marine Home“. In eine Villa, die treiben, aber nicht selbständig an ferne Orte schwimmen kann.


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