Konzertfotografie (Musik und Tanz)


Eine besondere Herausforderung: Tanzbewegungen festhalten

Generell gehört der Tanz zu den schönsten und anmutigsten Bewegungsarten. Entsprechend sind alle Tanzarten für die ästhetische Fotografie wunderbar geeignet. Dabei strahlen besonders künstlerische und verwischte Bilder ihren ganz besonderen Reiz aus.

Tänzer verfügen über einen durchtrainierten Körper. Ihre Bewegungen sind besonders kontrolliert und ästhetisch. Es ist immer wieder schön, den Tanz in allen Facetten im Bild festzuhalten. Wenn dazu noch attraktive Kostüme und aufwendige Bühnenbilder ins Spiel kommen, ergeben sich beeindruckende Bilder.

Wenn Du gestochen scharfe Tanzbewegung in Deinen Bildern darstellen möchtest, musst Du kurze Belichtungszeiten verwenden. Da Tanzveranstaltungen immer in Innenräumen stattfinden, musst Du Dich auf schwierige Lichtverhältnisse einstellen, d. h., Du solltest ein lichtstarkes Objektiv mit Stabilisator einsetzen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, hohe ISO-Werte zu verwenden. In den seltensten Fällen kannst Du einen Blitz einsetzen, da sonst die Lichtstimmung zu einem Tanz verloren geht.

Du kannst auch aus der Not eine Tugend machen und die Bewegung mit einer langen Belichtungszeit festhalten. Die Bilder erhalten dadurch einen schönen Wischeffekt.

Jeder Tanz enthält einen Höhepunkt. Die Tänzer stoppen kurz in ihrer Bewegung. Das ist der ideale Zeitpunkt, den Auslöser zu betätigen. Achtung: Achte auf kurze Belichtungszeiten, damit Dein Bild nicht verwackelt und auch keine Bewegungsunschärfe enthält. Je nach Schnelligkeit der Bewegung solltest Du deshalb Zeiten von 1/125 s bis 1/150 s nutzen, um ein wirklich scharfes Foto zu erhalten. (Bild: Marion Hogl)



Herausforderungen der Konzertfotografie

Tolle Musik, schöne Menschen, wunderbare Tänzer, atemberaubende Licht- und Lasershows, Veröffentlichungen in der Boulevard- und Musikpresse – das ist es, was die Konzertfotografie ausmacht. Der Weg, ein angesehener Konzertfotograf zu werden, ist lang. Darüber hinaus ist die Konzertfotografie sehr anspruchsvoll. Die Grundregel ist dabei immer die gleiche: „Three Songs“.

 

Als Konzertfotograf hast Du nur drei Songs – etwa zehn Minuten – Zeit, die Künstler samt den visuellen Effekten und der Bühnenshow in einem ausdrucksstarken und stimmungsvollen Foto festzuhalten. Schnell wechselnde Beleuchtung und unbekannte Tanzeinlagen sind dabei nicht die einzigen Schwierigkeiten, Platzmangel und Konkurrenz im Bühnengraben zählen ebenso dazu wie rechtliche Einschränkungen und aufwendige Verhandlungen mit dem Veranstalter und dem Management. Bei der Akkreditierung der Fotografen wird genau geschaut, wer gute Fotos macht oder sich nur kostenlosen Zutritt zum Konzert verschaffen möchte. Heute verdienen die Künstler ihr Geld mit Konzerten und nicht mehr durch den Verkauf von Platten und CDs. (Bilder: Jens Brüggemann)


Die sehr knapp bemessene Aufnahmezeit ist u. a. auch den Künstlern und Musikern geschuldet. Sie stehen auf der Bühne, die fast immer mit starken Scheinwerfern beleuchtet wird. Die Scheinwerfer geben eine ganze Menge Wärme ab. Es ist daher unmöglich, auch mit einem knappen Outfit, auf der Bühne nicht zu schwitzen. Es gehört zum „guten Ton“ einen Künstler nicht mit schweißverklebten Haaren und verlaufenen Make-up aufzunehmen – außer es gehört zur Musikrichtung.

Darüber hinaus darf kein Blitz bei der Konzertfotografie eingesetzt werden, damit die effektvolle Lichtstimmung erhalten bleibt. Je nach Art der Musik kannst Du eine bunte Lightshow erwarten oder nicht. Bei klassischen Konzerten ist die Beleuchtung eher dezent. Flexibilität und Erfahrung  sind gefragt, denn die Lichtsituation ist von Künstler zu Künstler und von Konzert zu Konzert verschieden. Dazu kommt noch, dass während der drei Aufnahmelieder das Licht teilweise extrem schnell wechselt. Generell soll die Lightshow das Tempo der Musik unterstützen und die Konzertbesucher begeistern bzw. mitreißen. Des Weiteren werden Nebel und Trockeneis zur Unterstreichung der Stimmung eingesetzt. Nebel kann sowohl hilfreich als störend bei einer ausdrucksstarken Aufnahme sein.

Neben der Problematik der schnell wechselnden Lichtsituationen macht den Konzertfotografen das Thema Farbstiche auf der Haut der Akteure zu schaffen. Die Farbstiche ergeben sich vorwiegend durch die bunte Bühnenbeleuchtung und können auch nicht weggeblitzt werden, da der Einsatz von Blitzgeräten strickt untersagt ist.

Da ein Konzertfotograf nur aus dem Bühnengraben fotografieren darf, kannst Du nur die Froschperspektive für Deine Aufnahmen wählen – den leicht schräg nach oben gerichteten Blick. Durch die extreme Nähe zu den Akteuren ist die Verwendung eines Weitwinkelobjektives empfehlenswert. Darüber hinaus liegen oftmals auf der Bühne kleinere und mittlere Gegenstände, wie z. B. Musikboxen, Mikrofonständer oder Lichtstrahler, die die Sicht auf die Bühne versperren. Daher gibt es kaum Bilder, wo auch die Füße der Künstler zu sehen sind.  

Durch die beschriebenen Vorgaben ist auch die Gestaltungsmöglichkeit bei Konzertaufnahmen eingeschränkt. Du hast nicht die Möglichkeit, Einfluss auf die Bühnenshow, die Kostüme oder gar den Gesichtsausdruck zu nehmen, wie Du es z. B. aus der Porträtfotografie kennst.


Ausrüstungstipps für die Konzertfotografie

Die Kamera sollte über folgende Funktionen verfügen:

  • großes Display (um schnell zu kontrollieren, ob die gewählte Kameraeinstellung korrekt ist)
  • rauschfreie Fotos bei hohen ISO-Werten ermöglichen
  • großen Dynamikumfang zulassen
  • über eine kurze Auslöseverzögerung verfügen
  • schnelle Serienbildfunktion
  • schnellen Autofokus 

Du solltest ein lichtstarkes Zoomobjektiv einsetzen, da Du bei der geringen Aufnahmezeit (three songs) keine Zeit für einen Objektivwechsel hast. Bei der Auswahl des Brennweitenbereiches gibt es keine Faustformel. Fotografierst Du aus dem Bühnengraben heraus, empfiehlt sich ein Zoomobjektiv von 24-70mm oder 24-120mm. Möchtest Du die gesamte Bühne oder einen Musiker aufnehmen, der direkt vor Dir steht, solltest Du ein Weitwinkelobjektiv einsetzen. Bei einem Musikerporträt solltest Du ein Teleobjektiv auswählen. Wenn Du die Möglichkeit hast, vom Mischpult Aufnahmen zu machen, setze auch ein lichtstarkes Teleobjektiv mit Brennweiten von 200mm, 300mm und 400mm ein.


Das Objektiv rechts oben ist ein Canon EF 300mm 1:2.8L IS II USM.


Um kontrastreiche Fotos zu erzielen, solltest Du die Möglichkeit der Gegenblende nutzen. Wenige Fotografen nutzen dieses simple Zubehör. In der Konzertfotografie ist es sehr wichtig, da wir hier mit viel Gegenlicht konfrontiert werden. Die Lichter sind Teil der Show und geben unseren Fotos das gewisse Etwas, aber d. h. nicht, dass Du die Strahlen nicht abhalten darfst, die schrägt-seitlich auf Dein ungeschütztes Objektiv treffen. Die seitlichen Lichter würden die Bildqualität negativ beeinflussen.

Verwende bitte nur Speicherkarten, die über eine große Kapazität und schnelle Bildspeicherung verfügen. Nehme davon mehrere mit, damit Dir nicht während der kurzen Aufnahmezeit eindruckvolle Aufnahmesituationen durch die Lappen gehen, weil Deine 4GB-Speicherkarte voll ist oder die Karte nicht so schnell speichert, wie Deine Kamera Serienaufnahmen vornimmt.


Bei der Speicherkarte handelt es sich um die SanDisk ExtremePro SDXC.

Darüber hinaus ist ein stabiler Fotokoffer Gold wert bei der Konzertfotografie.
Im Konzertgraben ist der Einsatz einer Leiter nicht erlaubt und darüber hinaus nicht zweckmäßig. Da hilft es oftmals, wenn man sich kurz auf seinen Fotokoffer stellen kann, um über andere hinweg Aufnahmen zu machen. 


Links unten: der Rimowa Fotokoffer Tropicana

 

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FOTOTIPPS

People-Fotografie-Profitipps

 

(Bild: Nikolai Georgiew)


Nikolai Georgiew, Jim McHugh und Greg Gorman sind allesamt erfahrene Fotografen, die bereits zahlreiche bekannte Sänger, Bands und Musiker vor ihren Kameras hatten. Anhand ausgewählter Musiker-Porträts berichten sie von deren Entstehung, der Fokus liegt auf der Lichtsetzung. Mehr ->

BUCHTIPP

 

Die freie People-Fotografin Marion Hogl aus München beschreibt in ihrem Buch „Porträtfotografie. Der große Fotokurs“ (erschienen im Vierfarben Verlag) sehr schön, wie Du Tanzbewegungen im Bild festhalten kannst. Genauere Infos zum Fachbuch bekommst Du bei unseren Buchtipps. Bestellen kannst Du es hier

 

Weitere Infos über die Fotografin findest Du bei quucy und auf der Website www.unvergessliche-momente.de.

 

BUCHTIPP

 

Die Autoren dieses Buchs sind allesamt Konzertfotografen und zeigen Dir, was Du im Bezug auf Technik und Equipment beachten solltest und welche Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten Konzertfotografen trotz der geringen Zeit haben. Genauere Infos zum Fachbuch bekommst Du bei unseren Buchtipps. Bestellen kannst Du es hier

 

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