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Das richtige Posen

Neben einer guten Beleuchtung ist das Thema Posing (nicht nur) in der Aktfotografie wichtig. Ein großes Repertoire mit passenden Posen gehört zum Werkzeug eines guten Fotografen. Als Ergebnis erhält die Kundin abwechslungsreiche Bilder und empfiehlt Dich gern ihren Freundinnen weiter.

(Bilder: Manuela Prediger)

Als Erstes musst Du davon ausgehen, dass die Kundinnen kaum Erfahrungen mit dem Posing vor der Kamera haben. Hilf Deiner Kundin beim Einnehmen der Posen, die Du für den gewünschten Look benötigst. Erkläre sie ihr nicht nur, sondern zeige sie auch. Wenn Du nämlich eine Pose vorführst oder ihr entsprechende Abbildungen aus Zeitschriften und Magazinen zeigst, versteht Dein Modell viel leichter, was Du möchtest. Wir empfehlen Dir, die einzelnen Posen aus verschiedenen Blickwickeln aufzunehmen.

Posing in Innenräumen

Dabei solltest Du den kompletten Raum nutzen, egal ob Du das Shooting in Deinem Studio, im Hotel oder bei der Kundin Zuhause durchführst. Fotografiere nicht nur an einer Stelle, sondern an mehreren. Du kannst beispielsweise Dein Modell zwischen der Kamera und dem Fenster auf dem Fußboden, auf einen Stuhl oder im Bett platzieren. Stelle Dein Modell auch mal direkt ans Fenster. Das Licht ist bei beiden Situationen anders und verleiht den Bildern jeweils eine besondere Note.

Posing mit Einrichtungsgegenständen

Das Posing mit Einrichtungsgegenständen ist für Deine Kundin bestimmt das einfachste und bietet viele Möglichkeiten. Wenn Du zum Beispiel mit dem Bett arbeitest, kann das Modell auf dem Rücken oder auf dem Bauch in einer sexy, katzenartigen Pose liegen. Oder Dein Modell liegt nur zur Hälfte auf dem Bett. Es kann aber auch die Beine so an das Kopfteil lehnen, das auch die Schuhe zu sehen sind. Deiner Ideenvielfalt sind hier keine Grenzen gesetzt. Ein Sessel oder eine Couch bietet sich ebenfalls ideal für sexy Posen an. Fast jedes Möbelstück lässt sich zum Anlehnen nutzen. Wenn Du über einen Couchtisch, einen Küchentisch oder einen noch größeren Tisch verfügst, auf dem Dein Modell liegen kann, wird das stets ein sexy Foto ergeben.

Posing mit dem Spiegel

Diese Art des Posings ist etwas komplizierter, da Du und Dein Equipment sich nicht im Spiegel spiegeln dürfen. Fotografiere aus verschiedenen Winkeln, um die beste Aufnahmeposition heraus zu finden. Ist der Raum zu klein, setze entweder ein Weitwinkelobjektiv ein, oder benutze ein starkes Teleobjektiv, und fotografiere von außerhalb in den Raum. Damit der Blitz im Spiegel nicht zu sehen ist, blitze einfach gegen eine Wand in der Nähe. 

Posing an der Wand

Posing an der Wand kann kompliziert sein, aber bietet Dir viel Kreativität. Achte darauf, dass Dein Modell nie direkt mit dem Rücken an der Wand vor Dir steht – das wirkt wenig schmeichelhaft. Dein Modell kann den Po an die Wand lehnen und sich mit dem Oberkörper etwas nach vorn beugen. Oder Dein Modell liegt auf dem Boden und stützt sich mit den Beinen an der Wand ab. Dein Modell kann aber auch sich mit dem Körper zur Wand lehnen und sich mit den Händen abstützen. Probiere einfach verschiedene Posen aus. Du wirst schnell feststellen, in welchen Posen sich Dein Modell wohl fühlt und besonders sexy, aber auch vorteilhaft wirkt.

Posen auf dem Fußboden

Beim Posen auf dem Fußboden solltest Du unbedingt mit Requisiten arbeiten, um einen interessanten Bildaufbau zu erzielen. Als Requisit kann sowohl eine Wand, ein Fenster, ein Vorhang oder eine Felldecke dienen. Achte auf einen einfachen Hintergrund, denn Dein Modell steht im Mittelpunkt. Störende Hintergründe nur unscharf abbilden (größere Blende verwenden). Die Posen auf dem Fußboden ähneln denen auf dem Bett. Allerdings sind hier Aufnahmen von oben einfacher umzusetzen. Fotografiere aber auch mal aus einen niedrigen Winkel, um ungewöhnliche Perspektiven zu erzielen. Konzentriere Dich bei diesen Posen verstärkt auf die Augen.

Das richtige Posen, um Schwachstellen zu korrigieren

In der Fotografie kommt es auf die richtige Pose an. Gewöhne Dir grundsätzlich an, das Gesamtbild zu sehen. Analysiere unvorteilhafte Bilder, die Du oder ein anderer Fotograf aufgenommen ha(s)t, und lerne aus den Fehlern.

 

Der richtige Winkel

Eine Fotoregel besagt, dass eine direkte Aufnahme von vorne das Model breit aussehen lässt. Deine Kundin sollte sich immer etwas zur Seite drehen, entweder mit dem ganzen Körper oder nur mit dem Oberkörper. Ein Halbprofil wirkt immer hübscher. In den seltensten Fällen empfiehlt es sich, von unten nach oben zu fotografieren, denn alles wirkt aus diesem Winkel größer, egal ob es der Po, Bauch, Busen oder das Kinn ist. Fotografiere immer aus einer etwas höheren Position. So versteckst Du automatisch ein Doppelkinn oder einen Bauch.

Hängende Schultern

Korrigiere die Haltung Deines Modells, wenn es die Schultern hängen lässt. Generell kein Modell als Fotograf anfassen, sondern nur mit der Hand andeuten, wohin und wie es sich bewegen soll. Eine gerade Haltung lässt eine Person sowohl im Stehen als auch im Sitzen schlanker wirken. Liegt Dein Modell und soll dann den Kopf oder Oberkörper anheben, helfe ihm mit einem Kissen, damit die Pose nicht so stressig und unbequem wird. Darüber hinaus treten die Muskeln und Bänder nicht so stark hervor.

(Bild: Thomas Zehnder)

Bauch

Bei fast allen Frauen ist der Bauch eine kleine Problemzone – entweder ist er zu groß oder er hat Falten. Ein gerader oder durchgedrückter Rücken bzw. ein zur Seite geneigter Oberkörper verhindert überbetonte Bauchfalten.

Füße

Die meisten Frauen wünschen sich kleine elegante Füße. Lasse Dein Modell seine Füße nach unten strecken, es wirkt elegant und betont ein wenig die Waden. Hat Dein Modell Schuhe an, sollten sie etwas mehr zur Kamera zeigen, damit sie kleiner wirken.

Liegende Posen

Bei einem liegenden Modell können diverse Probleme auftreten. Stützt sich z. B. Dein Modell mit dem Ellenbogen auf, könnte die Schulter hochgedrückt werden, was den Hals kürzer und die gesamte Pose verkrampft wirken lässt. Es hilft die Schulter nach unten zu drücken.


Bei einer seitlich aufgenommenen Pose sollten die Beine immer lang erscheinen. Lasse gern das Modell die Beine übereinander schlagen und das obere Bein vor das untere Bein schieben. Achte darauf, dass die Zehen dabei nach vorn zeigen.


Liegt Dein Modell auf dem Rücken, ist die Symmetrie der Brüste ein Problem, je nachdem wie gut die Dessous stützen. Manchmal reicht es vollkommen aus, wenn sich Dein Modell leicht im Oberkörper dreht. Hilft es nichts, musst Du die Bilder nachbearbeiten.

Distanz

Achte generell auf Deine Distanz zum Modell. Im Nahbereich entstehen leicht perspektivische Verzerrungen, die oftmals nicht gewollt sind oder unvorteilhaft wirken. Darüber hinaus fühlt sich Dein Modell bedrängt, wenn Du ihm zu nahe kommst.

Körpergröße

Lasse Dein Modell nicht größer erscheinen, als es in Wirklichkeit ist. Bei einem großen Modell empfiehlt es sich, dass es sich hinsetzt. In liegenden Posen sollte ein großes Modell die Beine ein wenig anziehen, es betont schön die Größe und Schlankheit. In diesen Posen dürfen gern die Arme die Beine umschlingen, denn der Oberkörper ist weit genug von den Beinen entfernt.


Kommt eine Kundin zu Dir, die dünn ist, aber über kräftige Muskeln verfügt, empfehlen wir Dir, mit ihr ihre Erwartungen an die Bilderserie abzustimmen, d. h., möchte sie feminine Bilder oder solche, bei denen ihr athletischer Körper zur Geltung kommt. Die Muskelanspannung kann durch die entsprechende Beleuchtung betont oder unterdrückt werden. Sollen die Bilder feminin wirken, vermeide Posen, in denen das Modell den Körper mit den Armen abstützt. 


Verfügt Dein Modell über Plus-Größen, nutze kreative Posen und setze aktiv Requisiten wie z. B. Kissen oder Bettlaken ein. Drapiere Stoff um die Problemzonen. Starke Arme lassen sich geschickt anschneiden. Setze weiches Licht ein, da oft die Haut an Armen und Beinen weniger glatt wirkt. Bei einem starken Busen achte darauf, dass die BHs und Bustiers nicht zu eng sind. 

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