Reisefotografie-Profitipps von Johannes Barthelmes

Um aus Deinem nächsten Urlaub ganz besondere Erinnerungsbilder von Land und Leuten mit nach Hause zu bringen, die auch die Gefühle von Deinen Freunden und Deiner Familie beim Betrachten ansprechen, hat Johannes Barthelmes einige Technik-Tipps für Dich parat.

 

  • Um die Menschen nicht zu erschrecken, solltest Du nicht unbedingt mit einer großen Spiegelreflexkamera, an die ein riesiges Zoomobjektiv geschraubt ist, vor Dir herumtragen. Kleinere Kameras wie kompakte oder Systemkameras sind bestens geeignet.

  • Festbrennweiten sind gegenüber den Zoomobjektiven qualitativ besser und dezenter, weil sie kleiner und kürzer sind.

  • Probiere unbedingt mal ein weitwinkeliges Objektiv aus, Du kannst bzw. musst damit näher an die Menschen herangehen und hast trotzdem mehr auf dem Bild drauf. So kannst Du Geschichten erzählen.

  • Wenn nicht viel Zeit ist, wähle an Deiner Kamera die Einstellung „Zeitautomatik“ und lege die Blende auf 5,6. Die Entfernung zum Motiv liegt optimalerweise bei drei Metern.

  • Und wenn Du noch Zeit findest, kannst Du die Schärfe durch das Ändern der Blendenöffnung nach Deiner Vorstellung beeinflussen.

  • Verzichte auf Blitzlicht, auch auf die Gefahr hin, dass Dein Bild dadurch manchmal nicht ganz scharf wird. Eine starke Bildaussage hat damit kein Problem, nur das Auge desjenigen, dem sich die Bildaussage nicht erschließen mag.

    Fotos: © Johannes Barthelmes

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JOHANNES BARTHELMES IM GESPRÄCH

 

Der leidenschaftliche Menschenfotograf hat schon viele Länder bereist, um dort Land und Leute kennen zu lernen und zu fotografieren. Welche Begegnungen ihm besonders im Gedächtnis geblieben sind und wie ihm seine gefühlvollen Aufnahmen gelingen, darüber möchte er Dir berichten. Mehr ->

Warten auf den Vordergrund

 

David DuChemin legt jedem Fotografen in seinem Buch „Das Handwerkzeug des Fotografen“ ans Herz, auf den richtigen Vordergrund, die richtigen Linien und den richtigen Augenblick zu warten. Oftmals haben wir einen sehr schönen/interessanten Hintergrund, der aber wie ein leere Hülle ohne Hauptperson auf den Betrachter wirkt.

 

Wenn Deine Geschichte mit dem Bild von der Abwesenheit des Protagonisten handelt und Du diese Abwesenheit zum Ausdruck bringen möchtest, oder räumliche Weite oder etwas in der Art, dann ist alles bestens. Dann musst Du aber auch die Bildkomposition entsprechend wählen. Du brauchst Geduld, auf die fehlende Figur oder das fehlende Element zu warten. Manchmal geschieht das niemals, aber meistens warten wir einfach nicht lang genug. Oder wir haben gewartet und erstaunliche Dinge haben unsere Szene durchquert – aber, weil wir auf etwas ganz Bestimmtes warteten, haben wir gar nicht erkannt, welche Möglichkeiten sich uns geboten haben.

 

Eine Weisheit besagt, dass Du außer schönes Licht auch etwas finden solltest, mit dem Du es fotografieren kannst. Deshalb gilt auch, wenn Du einen tollen Hintergrund hast nach einem guten Vordergrund Ausschau zu halten oder darauf zu warten. Leben ist Bewegung. An manchen Orten bewegt sich natürlich mehr als anderswo und dann lohnt es sich auf jeden Fall zu warten oder nochmals zurückzukehren.

 

An Orten, wo nicht viel Bewegung zu erwarten ist, vergegenwärtige Dir, was genau Dir an dieser leeren Bühne so gut gefällt und rücke es in den Mittelpunkt. Gehe näher heran, studiere die Farben, Linien und Texturen. Mach ein abstraktes Fotos. Oder suche Dir, wie bereits angesprochen, eine Möglichkeit diese Abwesenheit und Leere im Bild zu thematisieren.

 

Dieses Foto hat David CuChemin in der Antarktis 2012 mit seiner Nikon D800 (19 mm, 1/500, f/13, ISO 400) aufgenommen. Weder die Robbe noch der Pinguin waren bei seiner Ankunft bereits da. Man weiß nie, was kommen wird. Wenn Du nicht wartest, wirst Du es garantiert nicht zu sehen bekommen.

WISSENSWERTES

Zoner Photo Studio 

ZONER software – Mehr als 10 Millionen begeisterte Anwender

Eine sehenswerte Erfolgsgeschichte von zwei jungen Hochschulabsolventen

 

 

Im Jahr 1993 entschieden sich zwei junge Hochschulabsolventen, die sich für Computer und Fotografie interessierten, ZONER software, a. s. zu gründen und einen Grafikeditor zu entwickeln. Durch eine vorausschauende Innovationskultur konnte ZONER zu einem der führenden Fotosoftware-Anbieter mit Niederlassungen in den USA, Mitteleuropa sowie Japan aufsteigen. Die mehrfach ausgezeichnete intuitive Bildbearbeitungs- und Organisationssoftware Zoner Photo Studio wird weltweit von über 10 Millionen begeisterten Windows-Usern verwendet und ist für eine jährliche Lizenzgebühr von 39,-- Euro (UVP) erhältlich.

 

Wie die Erfolgsgeschichte Fahrt aufnahm, erfährst Du hier.

 

Indirektes Licht

 

Auf Reisen darf man sich nicht immer auf strahlenden Sonnenschein und einen kristallblauen Himmel verlassen, wie Kerstin Block in Ihrem Fotoratgeber „Reisefotografie“ schreibt. Nicht selten macht einen das Wetter mit Dunst, Wolken oder Neben einen Strich durch die Rechnung. Dabei wird schlechtes Wetter häufig mit schlechten Bedingungen für die Reisefotografie gleichgestellt.

 

Spricht man von einem Unwetter, Tropensturm oder sonstigen Aufnahmezustand, ist das auch sicherlich richtig. Ist mit schlechten Wetter aber lediglich ein bewölkter Himmel oder Nebel gemeint, muss dies nicht automatisch ein Nachteil für die Reisefotografie sein. Ganz im Gegenteil kann die spezielle Stimmung von diffusen Licht effektvoll für die Bildgestaltung genutzt werden.

 

Wolken und Nebel bestehen aus durch Kondensation gesättigter Luft. In dieser Luft befinden sich viele feine und gleichmäßig in der Atmosphäre gelöste Wassertröpfchen. Durch diese Tröpfchen wird das Tageslicht gestreut, wodurch es weniger intensiv und diffus wirkt. Ein Großteil der ultravioletten und blauen Strahlen wird dabei herausgefiltert. Unter solchen Bedingungen fällt die Lichtausbeute zwar geringer aus, dafür ist das Licht aber auch gleichmäßiger verteilt, wodurch es automatisch harmonischer wirkt.  Es gleicht einer sanften Ausleuchtung, in der es keine störenden Schlagschatten gibt. Das Licht ist konstanter und Kontraste sind nur schwach ausgeprägt. Dabei bieten sich optimale Bedingungen, unter denen die Belichtungsmessung sicher gelingt.

 

 

 

Indirektes Licht wird aber nicht nur durch das Wetter verursacht. Gerade in Großstädten sorgt Smog für den gleichen Effekt. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist Los Angeles. Während der stabilen Schönwetterphasen in den wärmeren Sommermonaten führt das einfallende UV-Licht in Kombination mit Stickoxiden aus Autoabgasen zu einer erhöhten Konzentration von Fotooxidantien wie Ozon, die sich wiederum in der berühmten Smog-Glocke über Los Angeles abbilden.

 

Indirektes und diffuses Licht eignen sich hervorragende für Landschaftaufnahmen. Diffuses Licht sorgt für sanfte Farbnuancen und geringe Kontraste, wodurch Landschaftaufnahmen oft an Stimmung gewinnen. Viele Motive lassen sich erst bei bewölkten Himmel aussagekräftig in Szene setzen.

 

Foto oben: Downtown L.A. unter der berühmten-berüchtigen Smog-Glocke

 

Foto unten: Durch den Nebel scheinen die Häuser von San Francisco in den Wolken zu liegen. Ohne den Nebel, der die Golden Gate Bridge umspielt, hätte das Bild eine völlig andere Wirkung.

 

PRODUKTEMPFEHLUNG

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Mehr über die farbenfrohen Stative von MeFoto erfährst Du hier.

 

 

Beliebte Touristen-Attraktionen – Sehenswürdigkeiten

 

Jede bekannte Sehenswürdigkeit zieht Touristen und Besucher magisch an. Jeder, der in der Stadt ist, will sie einfach nicht verpassen. Das führt dazu, dass die beliebtesten Sehenswürdigkeiten oft den ganzen Tag lang von einstürmenden Besucherströmen gefüllt werden. Auf Plätzen wuseln dann unzählige Menschen vor dem Motiv umher.

 

Ein Vorschlag ist, dass Du Dich antizyklisch zu den Besucherströmen an die Orte begibst, um Dein Foto von der Sehenswürdigkeit aufzunehmen. Du wirst merken, dass sich das frühe Aufstehen oftmals wirklich lohnt. Völlig überlaufene Plätze sind menschenleer.

 

Suche auch abseits der ausgetretenen Pfade nach neuen Aussichten auf Dein Motiv. Das kann ein wenig Zeit und manchmal auch körperlichen Einsatz erfordern. Achte bei Deiner Suche nach einem Standort auch auf erhöhte Plätze, von denen Du dann über die Köpfe der anderen Touristen hinweg fotografieren kannst. 

 

Foto: Kerstin Block

Dieses Beispiel zeigt, dass es sich bei einem Wahrzeichen nicht immer zwangsläufig um ein Gebäude oder eine Sehenswürdigkeit handeln muss. Ohne die typischen gelben Taxi Cabs im Vordergrund hätten sicher die wenigsten Betrachter sofort erkannt, dass diese Kathedrale in New York steht.

 

Manche Reiseziele haben ganz besondere Wahrzeichen, die sofort erkennen lassen, an welchem Ort man war. Oft reicht ein markantes Bauwerk, um eine Stadt zu identifizieren, wie z. B. das Empire State Building in New York oder den Big Ben in London. Diese Wahrzeichen dürfen auch nicht auf Deiner Motivliste fehlen. Versuche einen Standort zu finden, von dem Du das Wahrzeichen gut oder auch vielleicht einmal völlig neu in Szene setzen kannst. Von einem erhöhten und weiter entfernten Standort aus lassen sich markante Gebäude super im Umfeld der Stadt ablichten.

 

Achtung: Je nach Lichteinfall wirst Du mit Spiegelungen auf den Fensterscheiben rechnen müssen.

 

Foto: Kerstin Block

"Die Stadt, die niemals schläft!" Markant sticht die Turmspitze des Chrysler Buildings aus dem Lichtermeer der Metropole hervor. Die meisten Betrachter werden sofort erkennen, dass es sich um eines der bekanntesten Wahrzeichen von New York (USA) handelt.

 

 

 

 

BUCHTIPP

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  • Durchdachte Reiseplanung vorab: Ausrüstung, Jahreszeit und Sicherheit
  • Mit vielen konkreten Tipps zur Motivwahl am Urlaubsort, zur Bildgestaltung und der richtigen Belichtung
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Die oft lange herbei gesehnte Reise zur späteren Erinnerung in Bildern festzuhalten, die auch die Daheimgebliebenen beeindrucken, ist großer Wunsch vieler Reisender.

 

Wie Du mit einer einfachen Kamera mit schönen Reisefotos erfolgreich sein kannst, zeigt Dir die erfahrene Fotografin Kerstin Bloch in diesem Buch.

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