Theater- und Bühnenfotografie: Mimik und Gestik einfangen

Die Theaterfotografie fasziniert mit eindrucksvoller Gestik und Mimik sowie originellen Bühnenbildern bzw. Kulissen. Hier heißt es bewusst: ganz nah dran oder weiter weg.

 

Generell gelten für die Theaterfotografie die gleichen Regeln wie für die Bühnenfotografie. Aber vor allem beim Theater, wo Mimik und Gestik ein wichtiger Bestandteil der Performance sind, eignen sich engere Bildausschnitte und Großaufnahmen oftmals besser als weitwinklige Fotografien. Während für ein Bild der Bühnentotalen Brennweiten von etwa 28 bis 50 mm geeignet sind, werden für Porträts der einzelnen Künstler längere Brennweiten notwendig, vor allem wenn Du nicht direkt an der Bühne stehen kannst. Besonders gut eignet sich hier ein lichtstarkes Teleobjektiv von beispielsweise 70-200 mm mit einer durchgehenden Lichtstärke von f2,8 und eingebautem Bildstabilisator. (Bild: Marion Hogl / www.unvergessliche-momente.de)

 

Wenn Du Theaterschauspieler genau beobachtest, wird Dir auffallen, dass jede Gestik und Mimik einen Höhepunkt hat, bei dem der Auslöser besonders stark ist, die Bewegung kurz stopp und der Schauspieler für einen Moment innehält. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um die Kamera auszulösen. Damit erzielst Du nicht nur ein besonders eindrucksvolles Bild, sondern Du umgehst auch die Problematik der Bewegungsunschärfe. Selbst mit langen Belichtungszeiten von beispielsweise 1/30s erhältst Du oftmals ein gestochen scharfes Bild. Versuchst Du allerdings eine Bild mitten in einer Bewegung aufzunehmen, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nach nur verwischte und unscharfe Bilder erhalten.

Ein Blitz stört im Theater. Deshalb empfiehlt es sich, hier auch mit available light zu fotografieren. Da Bühnen normalerweise besonders stimmungsvoll und ausgeklügelt beleuchtet sind, wäre ein Blitz ohnehin nicht angebracht, sondern eher kontraproduktiv.

Achte besonders bei Nahaufnahmen und Porträts auf die richtige Belichtung. Bühnenbeleuchtung ist generell sehr punktuell, und dadurch werden Gesichter bei Mehrfach-Belichtungsmessung schnell überbelichtet. Nutze deshalb auch hier den Spottmesser Deiner Kamera, oder korrigiere die Belichtung bei Mehrfachmessung entsprechend ins Minus, bis das Gesicht des Schauspielers optimal belichtet ist.

 

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BUCHTIPP

 

Die freie People-Fotografin Marion Hogl aus München beschreibt in ihrem Buch „Porträtfotografie. Der große Fotokurs“ (erschienen im Vierfarben Verlag) im Kapital „Feste und Veranstaltungen“ genau, wie Du mit der Theaterfotografie umzugehen hast. Genauere Infos zum Fachbuch bekommst Du bei unseren Buchtipps. Bestellen kannst Du es hier

 

Weitere Infos über die Fotografin findest Du bei quucy und auf der Website www.unvergessliche-momente.de.