Marion Hogl

Schlummern, lachen, schmollen und toben

 

(Bilder: Marion Hogl)

Marion Hogl möchte mit ihren Bildern flüchtige Momente für die Ewigkeit einfangen: vom unglaublichen Wunder einer Schwangerschaft über die ersten Lebenstage eines Babys bis hin zu seinen ersten Schritten. Die Arbeiten der Münchner Fotografin wurden bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet. Wie sie ihre Shootings mit den Minis vorbereitet, wie sich Neugeborene und kleine Kinder am besten fotografisch einfangen lassen und vieles Spannende mehr zum Thema Baby- und Kleinkindfotografie verrät Dir die sympathische Expertin im quucy-Gespräch.

 

Marion Hogls Arbeit als Fotografin ist mit vielen Emotionen verbunden. Denn wenn sie Babys und kleine Kinder fotografiert, erlebt sie besonders rührende Momente. Das kann das Lächeln eines Neugeborenen sein, das ihm übers Gesicht huscht, während es eingemummelt in ein gelbes Mützchen und ein Deckchen vor sich hin schlummert. Oder ein kleines Mädchen, das zum ersten Mal Seifenblasen fliegen sieht und diese staunend beobachtet.

Herausforderungen

Natürlich machen die Minis nicht immer so brav mit, wie gerade beschrieben. Die Kleinsten fangen an zu weinen und müssen von der Fotografin, Mama oder Papa beruhigt werden. Die etwas Größeren haben vielleicht auch mal so gar keine Lust auf fotografiert werden, schildert die Münchnerin in einem warmen, verständnisvollen Ton in der Stimme. Aber gerade diese Herausforderungen – die zugegeben manchmal ein wenig anstrengend sein können – machen Marion Hogls Beruf so spannend. „Kleine Modelle sind nicht steuerbar, und ich muss die Gegebenheiten nehmen, wie sie sind.“ Daher benötigt die Fotografin viel Fingerspitzengefühl und Geduld. Auch in Bezug auf die Pose des Mini-Modells heißt es flexibel sein.


Erstklassige Fotos

„Bei meinen Fotoshootings darf und soll gelacht werden, geschmollt oder getobt. Denn nur dann werden Bilder einmalig und unverwechselbar“, erklärt Marion Hogl ihre Philosophie. Ästhetisch-schöne Aufnahmen sind ihr Ding, solche, die gestellt und kitschig sind mit Plüsch oder Engelsflügeln entsprechen hingegen nicht ihrem Stil. Während Marion Hogl Neugeborene bei sich im Studio oder zu Hause bei den Eltern fotografiert, geht sie mit den etwas größeren Kindern, die schon krabbeln oder laufen können, am liebsten hinaus in die Natur, dorthin, wo es für die Kleinen viel zu entdecken gibt.

Tageslicht nutzen

Ob draußen oder drinnen: Wann immer es geht, arbeitet die Fotografin mit Available Light. In ihrem Studio hat sie riesige Fenster, die den Einsatz von künstlichen Lichtquellen in der Regel überflüssig machen. „Eine Tageslichtlampe schalte ich nur dann ein, wenn es draußen gar nicht richtig hell werden will.“ Der Vorteil dieser Lampe ist, dass sie kein grelles Licht wirft, sondern vielmehr eine Grundhelligkeit abgibt. Noch sanfter wird die Beleuchtung, wenn Marion Hogl eine Softbox davor setzt.


Neugeborene in Szene setzen: Setaufbau und Accessoires

Wenn die Eltern zusammen mit ihrem Baby zu Marion Hogl ins Studio kommen, hat sie bereits das Set hergerichtet und den Raum wohlig warm für das Neugeborene aufgeheizt. „Ich überlege mir im Vorfeld, welche Farben ich für den Hintergrund nehme“, beschreibt die Fotografin. Dazu passend wählt sie Accessoires wie Mützchen aus sowie ein Körbchen oder Bettchen mit entsprechenden Decken oder Schals, worin es das Baby während des Shootings schön warm und kuschelig hat.

Accessoires und Co. wählt die erfahrene Expertin meistens jahreszeitenabhängig aus. „Im Frühjahr gefallen mir etwa Blütenblätter und leuchtende Farben.“ Gerne geht sie auf die Wünsche der Eltern der Mini-Modelle ein. „Sie haben sich in der Regel auf meiner Homepage umgesehen und wissen, was sie wollen“ – oder nicht wollen: Manche Mütter mögen zum Beispiel kein Pink oder Rosa. Dann hat die Fotografin natürlich viele Alternativen parat.

Denn Tücher für den Hintergrund besitzt Marion Hogl in allen Farben des Regenbogens und auch Mützen in den unterschiedlichsten Ausführungen:
mit Schleifchen oder Öhrchen, kleinen Bommeln dran, grob- oder feinmaschig. Und wenn für ein Shooting noch die richtige Kopfbedeckung fehlt, greift die Fotografin kurzerhand selbst zu Stricknadel und Wolle.

Inspirationsquelle

Inspirationen für ihren Setaufbau findet Marion Hogl etwa auf Flohmärkten, während Schaufensterbummeln oder, wie sie mit einem Lächeln in der Stimme verrät, beim Ausmisten auf dem Speicher der eigenen Familie. Dort hat sie schon das ein oder andere Schätzchen entdeckt, wie einen wunderbar alten Emailleeimer oder eine antike Puppenwiege.



Neugeborene vor der Kamera: Umgang mit den Minis und Bildgestaltung

In der Regel sind die jüngsten Modelle, die bei Marion Hogl vor der Kamera „stehen“, noch keine zehn Tage alt. „Dann schlafen die Kleinen meistens. Das heißt für uns Erwachsene, uns ruhig zu bewegen und leise zu sprechen, also die Reize so gering wie möglich zu halten“, erläutert die Profifotografin. Neben Aufnahmen aus der Totalen, die neben dem Minimodell auch den Blick auf die sorgsam hergerichteten Accessoires und auf den Hintergrund freigeben, entscheidet sie sich auch gerne für Detailaufnahmen von Händchen oder Füßchen. „Oder wenn ein Baby besonders tolle Wimpern hat, werden diese in den Fokus gerückt“, berichtet Marion Hogl.

Ein weiterer guter Zeitpunkt für ein Fotoshooting ist ungefähr drei Monate nach der Geburt, wenn sich die Mimik schon etwas weiter entwickelt hat und die Babys anfangen ihr Köpfchen zu heben, rät die Expertin. In diesem Alter achtet die Fotografin darauf, dass die kleinen Mäuse interessiert in Richtung Kamera schauen, damit man ihre Augen sieht. „Das gelingt zum Beispiel mithilfe einer Rassel. Das Geräusch erregt ihre Aufmerksamkeit“, so Hogl. Ein weiterer Tipp der Fotografin ist, dass sie die Eltern bittet, sich hinter bzw. neben Kamera und Fotografin zu stellen und mit dem Kind zu reden.

Ab in die Natur

Sobald die Kinder krabbeln oder laufen können, fotografiert Marion Hogl diese am liebsten nur noch draußen. Etwa im Park, auf Wiesen, Feldern oder im Wald. Oder sie planschen und spielen im ganz flachen Wasser eines Teichs. Damit die Kinder Spaß haben, wird die Fotografin gerne auch ein bisschen zur Animateurin und spielt mit den kleinen Models. Auf diese Weise entstehen dynamische, ungestellte Fotos mit viel Bewegung und tollem Licht – ganz nach Marion Hogls Geschmack und natürlich dem ihrer Kunden. <ck>


<- Zurück zu: Im Gespräch

 

HOMEPAGE

Weitere Einblicke in die Arbeit der Fotografin findest Du auf ihrer Internetseite www.seh-stern.com

MARION HOGL TOP-BILD


Du möchtest mehr über das Lieblingsbild der Fotografin erfahren? Mehr ->

MARION HOGL BUCHTIPP

 

2012 hat Marion Hogl ein Fachbuch zum Thema Porträtfotografie veröffentlicht (erschienen im Vierfarben Verlag) . Derzeit arbeitet sie an einem weiteren umfangreichen Werk zu allen Themen der Fotografie. Es erscheint 2014. Genauere Infos zum Fachbuch bekommst Du bei unseren Buchtipps. Bestellen kannst Du es hier