Roger Lemb

Natürliche Dynamik

 

(Fotos: © Roger Lemb)

 

Roger Lemb liebt die Tier- und Naturfotografie, insbesondere Aufnahmen von Vögeln: ob von Enten, Gänsen oder Schwänen. Viele seiner Bilder fotografiert er in Naturschutzgebieten in der Nähe seiner Heimat. Dort legt er sich morgens oder ab dem späten Nachmittag mit seiner Kamera auf die Lauer und wartet geduldig, bis seine tierischen Motive zum Landeanflug ansetzen oder abfliegen. Im quucy-Gespräch erfährst Du unter anderem mehr darüber, wie er seine Aufnahmen vorbereitet und wie seine Leidenschaft für die Tierfotografie entstanden ist.

 

quucy: Roger, wie ging das bei Dir mit der (Tier-)Fotografie eigentlich los?

Roger Lemb: Angefangen zu fotografieren – und zwar Kinderporträts – habe ich vor inzwischen gut 25 Jahren, als meine zwei Söhne geboren wurden. Irgendwann bin ich zur Natur- und Tierfotografie übergegangen, weil ich merkte, dass ich dabei Ruhe und Entspannung vom Alltag finde. Wenn ich Bilder mache, muss oder kann ich an nichts anderes denken.

 

 

quucy: Aber die Tierfotografie hält doch bestimmt auch die eine oder andere Herausforderung bereit, oder nicht?

Roger Lemb: Herausforderung und Faszination zugleich ist es für mich, immer aufs Neue dynamische Bewegungen von Tieren und besonders von Vögeln im Flug festzuhalten. Da kann ich nichts inszenieren, sondern muss auf alles vorbereitet sein: Denn manches passiert einfach spontan und unerwartet. Darauf zu reagieren, ist Herausforderung und Ansporn zugleich. Das war beispielsweise auch bei dem Bild mit dem Schwan der Fall. Es war schon gegen 20 Uhr, als ich gerade meine Fototour im Naturschutzgebiet beenden wollte. Meine Kamera lag schon im Rucksack, als ich plötzlich den Schwan mit den Flügeln schlagen hörte. Also sprang ich schnell zu meiner Kamera, riss sie noch mal an mich und erwischte den Vogel in letzter Sekunde. Neben einer Portion Glück sind aber auch Geduld, Kreativität Gestaltungsfähigkeit gefragt


quucy: Du erwähnst das Thema Gestaltung: Was ist charakteristisch für Deine Bilder?

Roger Lemb: Im Vordergrund steht bei meinen Fotografien immer das Natürliche. Das heißt, ich lege sehr viel Wert darauf, Tiere in ihren natürlichen Bewegungen und Lebensräumen festzuhalten. Dieses selbst auferlegte Gebot gilt auch in Bezug auf das Thema Bildbearbeitung: Ich mache meine Fotos mit der Kamera, nicht am Computer.

 

 

quucy: Apropos Kamera: Welches Equipment ist für die Tierfotografie unverzichtbar?

Roger Lemb: Wegen der Fluchdistanz der Tiere muss ich natürlich immer recht weit weg bleiben, so dass ich insbesondere neben der Kamera eine Festbrennweite von 300mm benötige. Außerdem verwende ich ein Dreibeinstativ und einen Funkfernauslöser.

quucy: Und wie bereitest Du Deine Aufnahmen vor, wenn das überhaupt geht bei der Wildtierfotografie?

Roger Lemb: Um neue interessante Naturschutzgebiete bei mir in der Nähe zu finden, schaue ich regelmäßig im Internet nach. Sonst brauche ich ja nicht viel, schließlich sind meine „Modelle“, die Tiere, schon da. Wichtig ist es im Vorfeld zu wissen, wo sich die Tiere aufhalten und wie sie sich allein oder in Gruppen verhalten. Fingerspitzengefühl bei der Annäherung ist ebenso gefragt wie Ausdauer und viel Geduld. Meine Standorte wähle ich vor dem Fotografieren sorgfältig aus, damit ich mich beim „Start“ der Vögel in der richtigen Position befinde, zum Beispiel dicht über der Wasseroberfläche oder aus der Deckung heraus. Vor jeder Aufnahme beobachte ich die Tiere längere Zeit, so dass ich immer in etwa weiß, wann sich wahrscheinlich „etwas tut“. Man bekommt im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür, wann die Tiere sich in Bewegung setzen werden. Alles andere entsteht dann spontan aus der jeweiligen Situation heraus, da ich auf die Lust und Laune von Ente, Gans und Co. angewiesen bin.

quucy: An welche besonderen Orte hat Dich die Fotografie bereits geführt?

Roger Lemb: Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um gute Aufnahmen machen zu können. Wenn Wetter und Licht einigermaßen mitspielen, kann ich im eigenen Garten die tollsten Bilder machen – oder auch im Zoo oder Tierpark. Meine Urlaubsorte suche ich meist danach aus, ob ich dort gut wandern und natürlich fotografieren kann. Außerdem sollte die Natur dort noch sehr ursprünglich sein, daher bevorzuge ich Nationalparks. Beispielsweise war ich schon auf Madeira, im Allgäu, in Italien sowie Polen und in einigen Ostseeländern wie Estland und Schweden unterwegs.

quucy: Vielen Dank für das Gespräch.

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