Stefan Maria Rother liebt es Städte sanft zu erobern

Stefan Maria Rother liebt es Städte sanft zu erobern

 

Stefan Maria Rother hat die Leidenschaft zur Fotografie  in seiner Jugend auf einer Reise nach Schottland entdeckt. Oft geht er ohne Auftrag auf Reise und lässt sich treiben, egal ob die Reise ihn gerade in eine andere Stadt oder ein fremdes Land führt. Es gelingt ihm, aus Städten eindringliche und persönliche Fotoschätze mitzubringen.

 

Frage: Herr Rother, bereiten Sie sich für Ihre Reisen vor?

Stefan Maria Rother: Ja, ich überlasse nicht alles dem Zufall. Ich informiere mich  ausführlich über eine Stadt oder Region vor meiner Reise, damit nicht nach der Rückkehr ans Licht kommt, was man alles nicht gesehen hat. Ein Blick ins Netz, ein Klick auf „Bilder“ und schnell wird klar, was an einem Ort interessant sein könnte. Und das sind dann nicht immer nur die Gegenden, die im Reiseführer stehen. Wichtig sind auch die Gespräche vor Ort - mit den Menschen der jeweiligen Region - da gibt es wunderbare Empfehlungen. Ich empfehle gerne, sich nicht mit den ersten Bildergebnissen zufrieden zu geben, sondern ruhig weiter zu suchen. Vor Ort kann man sich treiben lassen. Die Motive kommen sowieso, man muss sich nur Zeit nehmen und sie erkennen.

 

Frage: Wie gehen sie an Ihre Motive an?

Stefan Maria Rother: Menschen zu fotografieren erfordert immer eine Portion Feinsinn. Manchmal spüre ich sofort, ob es klappen könnte oder nicht. Auf jeden Fall immer fragen, ob Du die Person fotografieren darfst. Wenn das aber die Situation zerstören würde, dann danach fragen, ob Du das Bild nutzen darfst. Auch hier heißt es sich Zeit nehmen, um ein Gefühl für die Situation zu bekommen und die Person einzuschätzen. Dann das Gespräch suchen. Viele Menschen freuen sich, wenn man ihnen das Bild anschließend auf dem Display zeigt. Ich biete meisten an, ein Bild zu mailen oder einen Abzug zu schicken. Da bin ich sicher, dass die Person mit dem Foto einverstanden ist und ich es für Publikationen verwenden darf.  Ich verwende beim Porträtieren fremder Menschen gern eine kleine Kamera. Sie fällt weniger auf, wirkt nicht so professionell und verschreckt nicht gleich.

 

Frage: Wie finden Sie das Exotische im Alltag?

Stefan Maria Rother: Für mich sind die Details im Kleinen oft viel spannender als die immergleichen Postkartenmotive des schiefen Turms von Pisa oder vom Eiffelturm in Paris. Es ist auch fast so etwas wie eine Herausforderung, mal genau danach Ausschau zu halten. Eigentlich könnte man das auch zuhause machen, in der eigenen Stadt oder im Umfeld, aber dazu fehlt häufig die Muse. Wenn man sich einmal auf die Details beim Fotografieren konzentriert, kann man es nicht mehr ausblenden. Man entdeckt besondere Dinge und Momente, die en passant daher kommen. Wenn aber immer nur das Exotische, das Spektakuläre gesucht wird, findet man nie den Alltag - und der ist oft schöner als man glauben möchte.

 

Frage: Arbeiten Sie auch gern mit unterschiedlichen Perspektiven?

Stefan Maria Rother: Ja natürlich, auch wenn die bequemen Bilder meist auf Augenhöhe entstehen. Es lohnt sich immer, das Motiv zu umkreisen und sowohl aus der Frosch- als auch Vogelperspektive zu befragen. Schnelles Drauflosfotografieren füllt die Speicherkarte, aber nicht unbedingt die Schatzkiste an beeindruckenden Aufnahmen.

 

Frage: Fotografieren sie lieber schwarzweiß oder in Farbe?

Stefan Maria Rother: Das kann man so nicht sagen. Es kommt auf das Motiv an. Nahezu jede Kamera lässt sich mittlerweile so einstellen, dass das Bild direkt im Schwarzweiß-Modus auf dem Display erscheint. Die Auswahl der Motive verändert sich sofort, wenn der Schwarzweiß-Modus eingestellt ist, denn die Bildsprache wird eine andere. Der Schwerpunkt bei Schwarzweiß-Fotografie richtet sich auf Licht und Schatten, auf Kontraste und Strukturen, auf Linien und Formen. Oft sehe ich Schwarz-Weiss und fotografiere jedoch in Farbe, damit ich nachher am Rechner den Schwarz-Weiss-Modus bestimmen kann. Außerdem bleiben mir so mehr Optionen offen.

 

Frage: Herr Rother, wenn Sie auf Reisen sind, nehmen Sie viel Gepäck mit?

Stefan Maria Rother: Ich versuche zuviel Gepäck zu vermeiden. Fünf Kilo und mehr  Fotoausrüstung sind schnell zusammen – soviel bringt jedenfalls ein DSLR-Body mit mehreren Objektiven und Zubehör locker auf die Waage. Da macht das Herumtragen selbst in einem gut gepolsterten Rucksack keinen Spaß mehr. Heute ist das Angebot an System- und Kompaktkameras so gut, dass für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei ist. Darüber hinaus liefern die Kameras eine hervorragende Bildqualität.

 

Frage: Was ist ihr nächstes größeres Reiseziel?

Stefan Maria Rother: Paris - ich will mir die Paris Photo im Grand Palais anschauen - gucken was die anderen entdecken. Und im nächsten Jahr will ich wieder nach Schottland - da hat es ja einmal begonnen.

 

Vielen DANK Herr Rother für Ihre Zeit und weiterhin ein gutes Auge für so beeindruckende Aufnahmen.

 

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